Abzocker in Las Vegas

Die Staatsanwaltschaft von Las Vegas ist derzeit an einem heißen Fall dran. Zwei Männer stehen unter Verdacht, Firmware Bugs auf Pokerautomaten ausgenutzt und die Geräte damit manipuliert zu haben. Ihr Ziel, möglichst hohe Gewinne aus den Kästen herauszulocken, haben sie tatsächlich erreicht. Blöd nur, dass man ihnen recht schnell auf die Schliche kam. Die Männer werden sich wohl schon bald vor Gericht verantworten müssen.

Derzeit beißt sich die Staatsanwaltschaft regelrecht in dem Fall fest, denn in erster Instanz wurde der Antrag auf ein Gesetzt zum Schutz vor Computerbetrug abgewiesen. Nun wurde die ganze Akte an das zuständige Bezirksgericht weitergegeben. Dort will man sich der Sache annehmen. Passiert ist der vorgenannte Fall nicht etwa vor einigen Wochen, sondern bereits 2009. Im Silverton Casino in Vegas haben die Sicherheitsleute sehr schnell gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmen konnte. Die beiden Angeklagten gewannen unglaublich viel Geld. Bevorzugt wurde damals der Pokerautomat mit Namen „Game King“. Dieser wurde bereits sichergestellt. Die Glücksspielbehörde in Nevada nahm das Gerät ganz genau unter die Lupe und stellte fest, dass allein in drei Spielpartien satte 8.200 Dollar erspielt wurden. Da lediglich ein Einsatz in Höhe von 10 Dollar erfolgte, war diese Summe doch mehr als außergewöhnlich.

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Genaue Untersuchungen ergaben, dass auf dem Pokerautomaten ein Firmware Bug vorhanden war, den es wohl schon seit Jahren geben musste. Zum ersten Mal gelang es allerdings Spielern, diese Lücke im System auszunutzen und sich daran zu bereichern. Das Gericht muss nun letztlich klären, ob man den beiden Spielern tatsächlich Betrug vorwerfen kann, denn eigentlich gilt das Gesetz nur in Fällen, bei denen Casino Gäste ein Spielgerät bewusst manipulieren. Im vorliegenden Fall wurde aber letztlich nur etwas ausgenutzt, das ohnehin da war. Die Männer selbst haben weder Software aufgespielt noch sonst etwas getan, um gezielt einen Angriff auf das Softwaresystem zu verüben.

Der Anwalt, der die beiden werten Herren verteidigt, spricht davon, dass Manipulation meist mithilfe von Magneten oder Elektroschockern erfolgt. Bei seinen Mandaten kamen solche Dinge jedoch nicht zum Einsatz. Die beiden haben auch nicht gegen Spielregeln verstoßen, sondern laut ihm lediglich Knöpfe in einer ganz bestimmten Reihenfolge gedrückt. Das wiederum kann eigentlich nicht verboten sein. Die Staatsanwaltschaft hält dagegen und ist der Meinung, dass kein normaler Pokerspieler je auf die Idee kommen würde, Knöpfe gezielt in dieser komplexen Reihenfolge zu drücken. Damit handle es sich um eine Art Hacking-Angriff auf den Pokerautomaten. Da einer der Beklagten selbst viel Geld einsetzte und verlor, bevor er zufällig auf diesen Bug stieß, könnte es möglich sein, dass es gar nicht erst zu einer Verurteilung kommt.

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