Ach du heilige Spielsucht

Besser könnte man den jüngsten Vorfall im Priestertum wohl nicht bezeichnen. Ein Priester der katholischen Kirche hatte sich nun selbst als schuldig bekannt, weil er in Ottawa Menschen um ihr Geld betrogen, dieses förmlich gestohlen hatte. Pater Joseph LeClair muss sich nun wegen Betrugs und Diebstahls vor Gericht verantworten. Am vergangenen Montag wurde er zu den Tatvorwürfen erstmalig verhört. Er gab an, dass er bereits seit längerem mit Spielsucht zu kämpfen habe. Seit rund fünf Jahren zweigt er sich deshalb immer wieder Kirchengelder – darunter wahrscheinlich auch Spenden von Kirchengängern – ab. Alles in allem kamen in dem Zeitraum rund 130.000 US Dollar zusammen, die der Priester kurzerhand verzockte. Überdies nahm er Teile der Kollekte an sich, so dass er hier noch einmal 16.000 Dollar für seine Spielsucht sammeln konnte. Eine weitere Einnahmequelle waren Ehevorbereitungskurse, denn einen gewissen Satz der Gebühren beanspruchte der Mann ebenfalls für seine eigenen Interessen.

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Pater erkrankt – Sucht über Kirche finanziert

Schulden hatte er bereits im Vorfeld im Casino Lac Leamy angehäuft. Sie konnte er durch die illegalen Einnahmen begleichen. Rund 14 Jahre lang war LeClair für die Kirche zuständig und arbeitete dort bisher eigentlich immer sehr gewissenhaft. 2011 fielen seine Machenschaften dann auf, so dass man ihn natürlich sofort seines Amtes verwies. Die Anklage erhob die Staatsanwaltschaft vor nunmehr einem dreiviertel Jahr. Jetzt wurde die erste Anhörung durchgeführt, bei der sich der Priester selbst als schuldig bekannte. Viele Gemeindemitglieder, die bereits um die Tatsache des Diebstahls wissen, unterstützen LeClair trotz alledem, so gut es ihnen möglich ist. Eine anwesende Bürgerin, die der Gemeinde angehört, brach während der Verhandlung in Tränen aus. Unmittelbar nach dem Schuldbekenntnis wurde eine Erklärung niedergeschrieben. Aus ihr geht hervor, dass LeClair auch auf Erzbischof Terrence zählen darf, der ihn bei dem Prozess, aber auch beim Kampf gegen die weiterhin bestehende Spielsucht unterstützen möchte.

Viele Unterstützer trotz Betrugs

Der Priester ist mehr als froh darüber, so viele Unterstützer zu haben – und das trotz seiner nun offensiv bekannten Taten. Man merkte ihm deutlich an, dass eine enorme Last von seinen Schultern fiel, weil er nun endlich zu dem stehen kann, was er getan hatte. Gleichzeitig hofft LeClair auf eine positive Zukunft, denn er muss zwar neu anfangen, erhält aber weiterhin Hilfe und kann sicherlich auch gegen seine schwerwiegende Sucht angehen. Man bot ihm sogar an, die Sache außergerichtlich zu klären. LeClair selbst war es, der aufgrund der besseren Transparenz eine ordentliche Verhandlung mit richterlichem Urteil plädierte. Seiner Schuld ist er sich demnach bewusst. Am Dienstag wird es einen weiteren Prozesstag geben, und im Endeffekt kann man dem Mann nur wünschen, dass er das Thema Casinos für sich abhaken kann. Gut getan hat ihm seine übermäßige Leidenschaft nämlich nicht.

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