Ärger für Amaya

Es läuft nicht gut für Amaya. Der kanadische Glücksspielkonzern steht von mehreren Seiten unter Beschuss. Dementsprechend wird gerade auch eine Art Krieg an mehreren Fronten geführt. Anstatt die Zukäufe der letzten Monate zu ordnen und den Konzern für die Zukunft aufzustellen drohen nun die Lasten der Vergangenheit den online Glücksspielanbieter aus dem Markt zu drängen.

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Die Ankündigung, dass der Geschäftsführer mit einem Konsortium den Rückkauf der Aktien plant schlug ein wie eine Bombe. Zunächst etwas skeptisch zeigten die Experten dann doch schnell Begeisterung für dieses Projekt. Die Aufgaben, die Amaya nämlich zu bewältigen hat sind nicht gerade ohne. Und das in kürzester Zeit zu einem Riesen gewachsene online Casino Unternehmen zukunftssicher aufzustellen sowie gleichzeitig die Börse zufrieden zu stellen ist keine einfache Aufgabe. So müssten zumindest die Aktionäre nicht mehr beachtet werden.

Doch die Pläne sind bei weitem noch nicht umgesetzt, und schon droht das nächste Ungemach. Während ein Bundesstaat die Klage gegen Amaya abgeschmettert hat, haben sich die Richter bzw. die Jury in Kentucky nicht so einfach überzeugen lassen. Sie verurteilten das online Casino zu einer Strafzahlung von 870 Millionen Dollar.

Urteil gegen Amaya aus der Luft gegriffen

Nicht nur das die Grundlage für das Urteil in einem Gesetz aus dem 19.Jahrhundert zu finden ist, auch die Forderung ist einfach völlig unrealistisch. Alles basiert auf der Tatsache, dass Pokerstars in den Jahren 2006 bis 2011 online Poker für die Bürger von Kentucky angeboten hat. Das war aber verboten und dementsprechend muss eine Strafe bezahlt werden.

So weit so gut. Jetzt wurde aber die Umsätze der Spieler geschätzt und hier kommt eine Summe von knapp 300 Millionen Dollar heraus. Was wie jeder Experte bestätigen kann völlig übertrieben ist. Realistischer wäre nicht einmal ein Zehnfaches davon, sondern eher so um die 20 Millionen Dollar. Aus diesem Grund hat Amaya auch direkt Einspruch eingelegt. Und auch die Poker Player Alliance ist auf Seiten des online Casinos. Sie fordern, dass die beteiligten Spieler dann ebenso bestraft werden müssen.

Schuldige halten Gelder zurück

Die Sache wird noch etwas komplizierter. Denn in den entscheidenden Jahren gehörte Poker Stars gar nicht dem Amaya Konzern. Vielmehr wurde das online Casino damals von der Oldford Group Limited bzw. der Scheinberg Familie betrieben. Erst viel Später als das Unternehmen schon nicht mehr auf dem amerikanischen Markt aktiv war übernahm der kanadische Glücksspielanbieter.

Dumm gelaufen könnte man sagen. Doch für den Fall der Fälle, also wenn Amaya zu einer Strafzahlung verurteilt wird, für eine Tat die vor der Übernahme stattgefunden hat, haben sich die beiden Parteien auf eine Rücklage geeinigt. So wurden mehrere Hundert Millionen Dollar von der Kaufsumme abgezweigt und stehen bereit für solche Zahlungen. Allerdings erkennt die Familie Scheinberg das Urteil nicht an und ist daher auch nicht bereit die Gelder frei zu geben.

Das heißt nun für Amaya, egal wie die Sache in Kentucky ausgeht, sie müssen sowohl versuchen die Strafzahlung zu reduzieren wie auch an das Geld zu kommen um die Strafe zu bezahlen. Und das kann noch einige Gerichte beschäftigen bzw. lange dauern. Bleibt zu hoffen, dass die Spieler nicht darunter leiden müssen.

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