Aus Bank wird Casino

In Österreich – respektive in Villach – hat man sich dazu entschieden, harte Geschütze gegen Glücksspielbetreiber aufzufahren. Dem Rotlichtmilieu geht es bereits seit Jahren an den Kragen. Nun kämpft der Stadtsenat mit noch härteren Bandagen – bisher allerdings ohne großen Erfolg.

In Villach leben rund 60.000 Einwohner. Der Stadtsenat versucht derzeit mit aller Macht, gegen das enorme Wachstum an Rotlicht-Betreibern und Spielanbietern anzukommen. Der Hype ist enorm, und letztlich bleibt den Behörden gar nichts anderes übrig als sich etwas einfallen zu lassen. Auf Basis des Gesetzes wurden inzwischen diverse Schutzzonen gebildet – solche Stadtbezirke, in denen Bordelle zu keinem Zeitpunkt aufgebaut werden dürfen. Während in diesem Punkt bisher alles nach Plan verläuft, hat es die Stadt mit den Spielcasinos deutlich schwerer. Und: Eine Gesetzesänderung ist bislang nicht vorgesehen. Inzwischen wurde sogar eine alte Bankfiliale umgebaut, in der es den Einwohnern und Gästen möglich ist, nach Herzenslust zu zocken. Das neue Casino ist offensichtlich eine beliebte Anlaufstelle für Freunde klassischer Casino Spiele.

Der Bürgermeister von Villach, Günther Albel, sieht das Wachstum (vor allem auch illegaler Casinos) kritisch: „Villach darf nicht Las Vegas werden“, waren seine Worte im öffentlichen Auftritt. Doch diese Parole scheint niemanden so recht zu interessieren, denn schon wieder wurde ein Casino eröffnet – und zwar in der ehemaligen Bank-Austria. Der Besitzerwechsel ist nach dem derzeitig vorherrschenden Gesetz tatsächlich legal. Dennoch ist die Casino Filiale nicht nur dem Bürgermeister ein Dorn im Auge.

Dabei hatte das Land dem Casino ganz offiziell eine Lizenz erteilt. Grund genug für die Stadtväter, den Protest zu üben. Allen Berechnungen zufolge sind in Österreich satte 1.200 Spielautomaten zulässig. Diese wurden auf die verschiedenen Städte nach Quoten aufgeteilt. Demnach dürfen in Villach etwa 90 Geräte offiziell betrieben werden. Allerdings ist dies immer noch nicht das, worauf die Politiker gehofft hatten. Sie planen nun, die Berechnungen neu anzusetzen. Im Bereich Rotlichtmilieu ist es schließlich schon gelungen, Schutzräume zu erklären. In der gesamten Innenstadt sind keine Bordelle zulässig, und genauso möchte die Politik nun auch mit Spielautomaten vorgehen. Ein Unterfangen, das sich vermutlich nicht einfach durchsetzen lässt. Dazu ist die Branche schlichtweg zu stark, und: Es müsste eine komplett neue Gesetzgebung her.

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