Buchmacher zu heiss

In Großbritannien ist man zwar einiges gewöhnt, doch die Engländer sind in der Regel doch eher gezügelt und schlagen nur an ein paar Tagen im Jahr über die Stränge. Nun übertreibt allerdings ein Buchmacher vollkommen und packt die pure Verführung in seinen neuen Werbespot. Das allerdings war dann doch ein wenig zu viel des Guten – und außerdem ein klarer Verstoß gegen die britischen Werberichtlinien. Kaum hatte der Sport seinen Anfang, wurde er deshalb kurzerhand wieder eingestellt. Das Problem ist, dass die Themen Verführung und Sportwetten einfach nicht in direkten Zusammenhang gebracht werden dürfen. Letztlich tut man sich nämlich auch in dieser Region schwer damit, dem Glücksspiel generell eine Chance zu geben. Was jedoch überhaupt nicht geht, ist es, Zuschauer so gezielt zu verlocken. Doch zunächst einmal von vorn. Worum geht es in dem Spot?

Mr Green

So verführerisch kann Werbung sein

Der kurze Film zeigt zwei Herren, die einen Friseur besuchen und sich dort nebeneinander setzen. Während sie in einer Wettzeitung für Pferderennen stöbern, taucht aus dem Nichts eine „Friseurin“ auf. Genau genommen handelt es sich um eine sehr aufreizend wirkende junge Dame mit blondem Haar, die sich in einen Jockey Anzug geworfen hat – standesgemäß mit tiefem Ausschnitt, um die Männer zu verführen. Advertising Standards Authority ist der Meinung, bei dem Spot sei es zu viel des Guten. So viel Erotik geht überhaupt nicht, zumal vor allen Dingen männliche Zuschauer sicherlich nicht mehr ganz klare Gedanken fassen. Selbst Warnhinweise werden vom Gehirn des potentiellen Kunden nicht wahrgenommen, da sich jeder – selbst Frauen – automatisch auf diese Szene konzentriert, nicht aber auf die Information, dass Glücksspiel süchtig machen kann.

Klare Regeln in Großbritannien

Aus den Augen, aus dem Sinn? So leicht ist die Sache dann doch nicht. Den Spot darf der Buchmacher im Fernsehen zwar nicht mehr ausstrahlen, doch noch immer haben Kunden online Zugriff auf die sexy Werbung, die alle Sinne der potentiellen User anspricht. Die Firma selbst lässt verlauten, dass man weder sexuelle Erfolge durch Glücksspiel noch sonstiges in dieser Richtung andeuten wollte. Auch geht es nicht darum, dass Spieler durch Geldgewinne ihren Sexappeal steigern. Das eigentliche Ziel des Spots scheint aber absolut verfehlt worden zu sein. Für die TV Werbung gibt es jedenfalls keine Chance mehr.

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