Casinos Austria verlieren Wert

Wirtschaftlich sehen die Casinos Austria ganz offensichtlich nicht mehr aus wie das blühende Leben. Derzeit plant die Nationalbank, ihre Anteile an den Spielbanken zu verkaufen – immerhin ein Drittel des Unternehmens gehört dem Kreditinstitut. Das Erschreckende ist der Verkaufswert, denn es kommen wenn überhaupt 140 Millionen Euro zusammen.
Noch vor einigen Jahren waren die Casinos Austria insgesamt über eine Milliarde Euro wert. Dies ergaben damalige Schätzungen. Von diesen rosigen Zeiten ist das Unternehmen allerdings schon lange weg, denn inzwischen hat sich der Wert mehr als halbiert. Nimmt man die Lotterie-Beteiligung hinzu, die immerhin 68% ausmacht, dann kommen die neusten Schätzungen auf einen Wert, der unter einer halben Milliarde liegt – deutlich weniger als die Betreiber selbst vermutet hätten. Grundlage der Bewertung sind zwei voneinander unabhängige Gutachten; in Auftrag gegeben von der Nationalbank selbst, die ihren Anteil so schnell wie irgend möglich loswerden will. Wundern kann man sich über diese Entscheidung kaum, denn die Tendenz ist weiter sinkend, so dass am Ende kaum noch ein Wert hinter der Spielbankengruppe stecken wird – zumindest für die branchentypische Verhältnisse.

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Wertverlust drastischer als gedacht

Derzeit ist die Münze Österreich, ein Tochterunternehmen der Notenbank, Anteilseigner an den Casinos Austria – und zwar mit einem besagten Drittel. Die beiden Gutachten kommen zu einem relativ ähnlichen und gleichermaßen niederschmetternden Ergebnis, denn dieses eine Drittel des Unternehmens kann maximal zwischen 120 und 140 Millionen Euro einbringen. Die Entscheidung der Bank beruht nicht nur auf dieser Tatsache, sondern ist auch darin begründet, dass es immer wieder scharfe Kritik von der Europäischen Zentralbank gab. Der Chef der Nationalbank, Ewald Nowotny, möchte sich nicht mehr länger der Frage stellen, warum er in der Glücksspielbranche aktiv ist.

Gutachten fallen ernüchternd aus

Um sich in jeder Hinsicht abzusichern, wurde ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses fokussiert sich insbesondere auf die rechtlichen Besonderheiten eines möglichen Verkaufs. Ganz so einfach wie man glaubt ist die Veräußerung in der Praxis nämlich nicht. Derzeit rutschen die Anteile von einem Unternehmen zum anderen und werden quasi immer wieder umgelegt. Eine endgültige Lösung kann dies nicht sein, zumal vor allen Dingen die Privatisierung sehr komplex ist. Schon bald sollen die Anteile auf die ÖIAG übergehen, die wiederum einen beachtlichen Preis an die Bank zahlen muss. Wie hoch dieser ist, steht derzeit noch nicht fest. Daneben gibt es die Klausel, dass alle Aktionäre der Casag ein privilegiertes Vorkaufsrecht haben. Alle Details aufzuzählen, wäre an dieser Stelle zu kompliziert.

Casinos Austria auf dem absteigenden Ast

Bereits jetzt scheinen sich die meisten aktuellen Anteilseigner aus der Branche ziehen zu wollen – darunter auch die Shelhammer & Shattera Kirchenbank, die im Besitz von 5,31% aller Anteile ist. Das ist jedoch erst der Anfang, und mit jedem Ausstieg könnte der Wert der Casinos Austria weiter drastisch sinken. Wann genau es zu einem endgültigen Verkauf kommt, steht bisher in den Sternen. Zunächst müssen sich alle Aktionäre einig über den Endpreis und auf einen Nenner gebracht werden. Die nächsten Schritte werden zeigen, wie es mit den Anteilen weitergeht – und vor allen Dingen, ob sie jemand übernimmt.

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