Die Folgen neuer Gesetze

Österreich hat sich vor einiger Zeit dazu entschieden, seine Glücksspielgesetze komplett umzukrempeln und nur noch Kleincasinos mit Spielautomaten zuzulassen. Mit den Folgen müssen nicht nur zahlreiche Betreiber von Lokalen und Kleingastronomen leben, sondern auch die Städte und Gemeinden selbst. Der gigantische Einbruch der Steuereinnahmen macht sich schon jetzt deutlich bemerkbar.

Gesetze in wenigen Wochen gültig

Vor allen Dingen in der Steiermark gab es noch bis vor einigen Monaten Spielautomaten im Überfluss – bis jetzt, denn die Anzahl erlaubter Geräte wurde von 2.600 auf 1.000 reduziert. Schon in wenigen Wochen gelten sogar noch striktere Regelungen zum so genannten „Kleinen Glücksspiel“. In Graz macht sich die Reduktion der Spielgeräte bereits jetzt bemerkbar. Man weiß schon heute, dass der Verlust der Spielsteuer im kommenden Jahr bei rund 1,4 Millionen Euro liegen wird. Dasselbe gilt für viele weitere Kommunen im Land, die sich nun auf die drastischen Einbußen einstellen werden. Gerhard Rüsch, Finanzstadtrat in Graz, sagt: „Die Stadt wird einen Einnahmenverlust in der Größenordnung von 1,4 Millionen Euro haben, 1,9 werden uns bleiben. Für 1,4 Millionen Euro, die wir in Hinkunft weniger haben, könnte man vier bis fünf Busse für den öffentlichen Nahverkehr anschaffen.“

Millionenverlust bei den Steuereinnahmen

Bis dato haben viele Gemeinden in Österreich von den Glücksspielern profitieren können – gerade, wenn es sich um gut zahlende Suchtkranke handelte. Statt der bisher üblichen 16 Millionen wird das Land ab kommenden Jahr nur noch etwa 12 Millionen Umsätze machen. Bis zum Sommer 2016 gilt für viele Unternehmen außerdem ein Verbot von Spielautomaten. Dadurch sinken die Steuereinnahmen noch einmal deutlich.

Gastronomen im Kampf

Kleingastronomen trifft es ab Januar 2016 besonders hart, denn sie können kaum mehr überleben ohne die Spieleinnahmen. Franz Perhab, der als Spartenobmann tätig ist, trifft es auf den Punkt: „Viele, die diese Automaten nicht mehr aufstellen, haben bereits den Handschuh geworfen – nach Schätzungen waren es 40 bis 50. Wir haben 200 gehabt, und diese Situation wird sich natürlich noch fortsetzen.“

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