Entschädigung für Verlierer

In einem österreichischen Kaffeehaus gab es jüngst einen Fall, der selbst uns überrascht hat. Dort wurde die Betreiberin für die Verluste ihres Stammgastes zur Verantwortung gezogen. Besagter Gast nutzte den vorhandenen Spielautomaten und verlor mehr Geld als es die Einsatzgrenzen üblicherweise zulassen. Das kleine Glücksspiel wurde deutlich überschritten. Für die zu viel gezahlten Einsätze muss nun die Betreiberin des Kaffeehauses mit aufkommen.

Natürlich weiß man um die Tatsache, dass die Bank langfristig immer gewinnt. Andernfalls könnten Spielhallen und Co. ihre Betriebe gar nicht aufrechterhalten und es gäbe keinen Anlass mehr, Glücksspiele zu betreiben. Natürlich bestehen dennoch gute Möglichkeiten, sich als Spieler einige hübsche Gewinne zu sichern. Letztlich entscheidet der Zufall, ob und wann es zu einem solchen Glücksmoment kommt. In einem niederösterreichischen Kaffeehaus hat sich ein Stammspieler leider ein wenig übernommen. Entschädigt wird er durch die Betreiberin, denn er hatte mehrere tausend Euro und damit weit mehr verzockt als das kleine Glücksspiel in Österreich eigentlich zulässt. Die Betreiberin hat folglich die Verantwortung dafür zu tragen, dass sie das Schutzgesetz durch zu hohe Gewinn- und Einsatzoptionen verletzt hat.

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Betrieben wurde der besagte Spielautomat von einem Unternehmen, das in der Steiermark ansässig ist. Die Gastwirtin selbst hatte mit der Aufstellung und Kontrolle letztlich nichts zu tun, profitierte aber davon, dass sie den Aufstellort zur Verfügung stellte. Zwischen 2008 und 2010 war der betroffene Stammgast regelmäßig in dem Kaffeehaus zugegen und verspielte nicht nur die maximalen 50 Cent zu Runde, sondern weit mehr. Das Problem war, dass er zwar hin und wieder Gewinne erzielte, diese aber auch direkt wieder zum Spielen weiternutzte. Dies musste er rückblickend zugeben. Schlussendlich kam er auf Verluste im Gesamtwert von mehr als 20.000 Euro.

Die Rechtsschutzversicherung gab dem Mann zu verstehen, dass er eine Mitschuld an dem Verlust einräumen soll – respektive ein „etwaiges Mitverschulden“. Die Betreiberin des Kaffeehauses wurde deshalb auf eine Schadenersatzzahlung in Höhe von 10.000 Euro verklagt. Wer letzten Endes tatsächlich am meisten von den Verlusten des Stammgastes profitiert hat, konnte im Rahmen der Verhandlung nicht abschließend geklärt werden. Verurteilt wurde sowohl die Betreiberin als auch ein weiterer Beklagter, der sich bewusst am großen und damit illegalen Glücksspiel beteiligte.

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