Falsches Spiel im Casino

Skandale in der Glücksspielbranche sind ja wirklich nichts Neues mehr. Dennoch erstaunt es immer wieder, mit welcher Dreistigkeit sich Spieler in Casinos zu bereichern versuchen. Der jüngste Skandal im Golden Nugget Casino in Atlantic City schlägt dem Fass endgültig den Boden aus. Dieser Fall ist nun vor Gericht gelandet und der zuständige Superior Court Richter James Isman hat zugunsten der Spielbank entschieden, von der ursprünglich verlangt wurde, 1,5 Millionen Dollar an eine Gruppe Mini-Baccarat Spieler auszuzahlen. Dass das Gericht die Casinobetreiber von dieser „Pflicht“ entband, hatte natürlich einen guten Grund: Die Gäste spielten mit falschen, nicht gemischten Karten. Nur deshalb war es ihnen möglich, solche Unsummen an dem Spieltisch zu ergattern. Die illegal erzielten Gewinne müssen nun tatsächlich nicht ausgezahlt werden, die der Richter urteilte. Schlussendlich ist die Sache noch einmal gut für das Casino ausgegangen – die Spieler haben das Nachsehen.

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Kartenspiel falsch geliefert

Und so kam es zu dem übermäßigen vermeintlichen Gewinn: Ein paar Spieler hatten im besagten Casino festgestellt, dass die Karten an dem Mini Baccarat Spieltisch nicht gemischt wurden. Am 30. April 2012 taten sich die Herrschaften zusammen und machten sich den Fehler im Spiel zunutze. Statt der bis zum Auffallen des Nichtmischens gesetzten 10 Dollar erhöhte jeder von ihnen seinen Einsatz deutlich – und zwar teilweise bis zu 5.000 Dollar bei jeder Hand. So kam es, dass sie sich innerhalb kürzester Zeit Bargeld in Höhe von 558.900 Dollar sowie Spielchips sichern konnten, die einen Gesamtwert von rund 980.000 Dollar hatten. Die Spielbank weigerte sich im Anschluss an dieses Spiel sofort, die unfassbar hohen Gewinne an die Spielergruppe auszuzahlen – und das Casino bekam nun vom Gericht Recht. Die Zuständigen des Spielcasinos waren der Ansicht, dass das Spiel nicht zulässig gewesen sein kann. Schließlich waren die Karten vor der Partie nicht gemischt worden. Normalerweise liefert der Kartenhersteller die Karten grundsätzlich schon vorgemischt. Diesmal muss dort aber ein Fehler unterlaufen sein – mit Folgen in horrendem Umfang.

Weitere Verfahren möglich

Schon einmal hatte der Hersteller Gemaco sich ein solche Fauxpas geleistet – damals in einem Spiel in Borgata, in welchem es dem Profi Phil Ivey gelang, sich ein kleines Vermögen zu sichern. Damals lag der Fehler an der Rückseite der Karten. Im August 2012 hatte sich zunächst ein Gericht zugunsten der Spieler im Golden Nugget Casino ausgesprochen. Damals hieß es, die Spielbank müssen den Gewinn komplett auszahlen. Da die Spieler allerdings die übrigen Anklagepunkte nicht zurückzogen, ging das Casino in die nächste Instanz. Nun haben die allesamt asiatischen Gäste das Nachsehen, denn auch der Vergleich platzte und die Spielbank ist fein raus. Ob es ein weiteres Verfahren zu diesem Fall geben wird, ist bisher noch ungewiss. Aktuell kann Golden Nugget allerdings erst einmal aufatmen. Schließlich hatte es weder die angeklagte Rassendiskriminierung begangen, noch war es Schuld an den falschen Karten. Wenn sich überhaupt jemand verantworten sollte, dann Gemaco.

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