Gauselmann im TV

Nachdem am vergangenen Freitag über die Glücksspielnovelle in Deutschland entschieden wurde, kamen auch die TV Sender nicht umher, das Thema aufzugreifen. Im ZDF lautete die dazu passende Sendung „Das Geschäft mit der Spielsucht“ und wurde am 08. Juli im TV ausgestrahlt. Mit von der Partie in der Diskussion um Casino Spiele und das Suchtpotential war Paul Gauselmann, der Betreiber der Merkur Spielhallen. Ebenso gab Professor Jörg Mundle sein Statement zur Thematik ab, ein anerkannter Psychiater, Psychotherapeut und gleichzeitig Leiter dreier Suchtkliniken in Deutschland. Peter Heine, der Moderator der hitzigen Sendung, war relativ entspannt und ging unvoreingenommen an die Sache heran. Er selbst hat ganz offensichtlich nicht allzu viel gegen Spielhallen einzuwenden oder ist wenigstens so neutral, dass er beiden Seiten Gehör schenkt. Die große Herausforderung für einen Moderator solcher Formate ist es, zwischen den drastischen Standpunkten zu vermitteln und für ein gesittetes Gespräch zu sorgen. Diese Aufgabe meisterte Hahne mit Bravour.

Merkur Spiele bei Sunmaker

Unvoreingenommener Moderator

Peter Hahn startete schon gut in die Sendung, denn er betonte gleich zu Beginn, dass er sich sehr über den Besuch von Gauselmann freue, da er nun einen Vertreter der Branche vor sich hat, der wohl besser als jeder andere den Standpunkt der Glücksspielindustrie vertreten kann. Die meisten anderen Vertreter würden sich nach Ansicht des Moderators wohl nicht der Diskussion stellen – ein Lob, das man als Mogul in der Branche wohl nur allzu gerne hört. Auch zum Ende der Sendung machte Hahn seine Freude noch einmal deutlich. Die Sendung selbst hatte allerdings kein gutes Haar am Glücksspiel gelassen. Es wurden Filme eingespielt und ein Schicksal eines Mannes gezeigt, der mit seiner Spielsucht zu kämpfen hat. Auch die Befragungen der Passanten rückten Geldgewinnspiele nicht gerade in ein besseres Licht. Im Anschluss kam es jedoch zur Aussprache der Beteiligten, so dass mit vielen Vorurteilen aufgeräumt werden konnte.

Direkte Fragen, die schockieren

Interessant war die besonders gute Vorbereitung von Peter Hahn, der gezielt Fragen stellte und dafür sorgte, dass das Thema relativ neutral angegangen werden konnte. Einen Volltreffer landete er gegenüber Mundle, denn er fragte ihn: „Ist das dann nicht doch pervers, dass der Staat so tut, als würde er den Menschen helfen gegen die Spielsucht? Es ist doch wie bei den Zigaretten. Der Gesundheitsminister schreibt auf diese Schachteln: Diese Zigarette bringt sie um. Der Finanzminister hat aber ein Interesse, dass bloß kein Raucher weniger da ist, weil die Steuern da reingespült werden. Das Gleiche ist es doch auch bei der Spielgeschichte.“ Darauf eine Antwort zu finden, ist wohl auch für den Suchtexperten kein leichtes Unterfangen.

Hier das Video: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1936488/Das-Geschaeft-mit-der-Spielsucht

Artikel:
Gauselmann im TV
Datum:
Autor:
9.17 / 10 von 6 Stimmen1

Kommentare zu Gauselmann im TV