Glücksspiel ums Glücksspiel

Einfacher kann man das neue Spielhallengesetz nicht auf den Punkt bringen. Viele Existenzen hängen nun auch in Berlin vom Zufall – und der Willkür der deutschen Gesetzgebung – ab. Bereits Mittwoch trat das neue Mindestabstandsgesetz in Kraft. Alles in allem werden in Berlin 535 Spielhallen betrieben. Durch ein Auswahlverfahren soll nun bestimmt werden, welche Unternehmen bleiben dürfen und welche wortwörtlich das Feld räumen müssen. Ein Glücksspiel ums Glücksspiel? Ganz offensichtlich weiß man sich nicht anders zu helfen, als das Los entscheiden zu lassen. Leidtragende sind zahllose Spielhallenbetreiber und noch mehr Angestellte, deren Existenz nun auf der Kippe steht. Die Ungewissheit wird sicher bald ein Ende finden. Wie es für all diese Menschen weitergeht, das bleibt aber weiterhin unklar.

Reines Glücksspiel um bestehende Betriebe

Deutschland hat seine Spielhallen strikten Gesetzen unterlegt. Am schlimmsten trifft es seit nunmehr rund fünf Jahren die Berliner. Statt eine optimale Lösung für alle Seiten zu suchen, gehen die Politiker des Landes nun noch einen Schritt weiter. Bis Juli müssen die Betreiber ihre Anträge gestellt haben und verschiedene Kriterien erfüllen. Im Zuge eines Auswahlverfahrens entscheidet dann das Los darüber, welche Filialen geschlossen werden müssen. Grundlage ist der festgelegte Mindestabstand – 200 Meter zu Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen sowie 500 Meter zueinander. Gerade in einigen Kernpunkten hat Berlin mehr als nur eine Spielhalle vorzuweisen. Hier werden die Filialen lediglich durch Wettbüros oder ähnliche Einrichtungen voneinander getrennt. Auch Mehrfachkonzessionen wird es in Zukunft nicht mehr geben. Ein PC Programm legt fest, wie viele Spielhallen bleiben dürfen und welche. Sollte das System auf kein eindeutiges Ergebnis kommen, entscheidet das Los. Mehr als 200 Spielhallen werden in Zukunft nicht mehr in Berlin zu finden sein. Das sind deutlich mehr als 50%, die schon in Kürze schließen müssen.

Hoffen und Bangen bei den Betreibern

Mario Hoffmeister, der bei der Gauselmann AG arbeitet, sagt dazu: „Wenn die anständig betriebenen Hallen per Rasenmäherprinzip beseitigt werden, wird das illegale Spiel mehr Zulauf erfahren. Spieler werden ins Internet getrieben. Soziale Kontakte, ohne Limits. Das macht uns Sorge.“

Sicherlich ist das Unternehmen nicht pauschal gegen den Online Casino Betrieb. Hat es mit Sunmaker doch selbst ein solches Casino im Netz laufen. Aber ganz Unrecht hat Hoffmeister natürlich nicht, denn an Seriosität mangelt es nach wie vor vielen Anbietern. Und diese lassen sich im Netz schon aufgrund ihrer meist ausländischen Sitze kaum belangen.

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