Glücksspielverbot nützt niemandem

Wien ist fest entschlossen: Schon bald soll das Kleine Glücksspiel gänzlich abgeschafft werden. Die Novomatic Gruppe äußert sich nun zu dieser Entscheidung, mit den Worten: „Nur Verlierer und keine Gewinner“. Faktisch wird niemand davon profitieren, sollte sich der Entschluss tatsächlich durchsetzen. Jetzt plant das Unternehmen, weitere Schritte einzuleiten, um gegen das Ende des Automatenspiels in Wien vorzugehen.
Aktuell geht es um rund 100 Millionen Euro, die Novomatic einzuklagen versucht. Schließlich sind die Verluste, die das Aus des Kleinen Glücksspiels mit sich bringen würden, enorm. Gleichzeitig droht das Unternehmen der Wiener Politik damit, dass man das Unternehmen gerade einmal 100 Kilometer entfernt von der Metropole nur allzu gerne aufnimmt. Harald Neumann, der unter anderem für die Pressemitteilungen des Labels zuständig ist, gab in einem Interview ganz klar zu verstehen: „Jedes Unternehmen hat das Recht auf die freie Wahl seines Standortes. Wir sind ein österreichisches Unternehmen und wollen den Standort nicht verlassen.“

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Ob die Novomatic ihren Willen tatsächlich durchsetzen kann, das wird sich zeigen. Letztlich muss in einem Prozess entschieden werden, ob der Rechtsstreit zu Ungunsten des Unternehmens ausgeht. Dann ist es spätestens an der Zeit, sich gegebenenfalls über einen neuen Standort Gedanken zu machen. So einfach wie man glaubt gestaltet sich ein Umzug allerdings nicht. Das wissen letztlich auch die Betreiber der Spielautomaten, die aktuell mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu kämpfen versuchen. Letztlich ist ein neuer Standort nicht nur daran festzumachen, ob und wie es in Wien weitergeht. Die Steuern müssen bei der Wahl ebenfalls bedacht werden. Gleichzeitig müsste das Unternehmen unter Umständen auf viele seiner Mitarbeiter verzichten und sich um neues Personal kümmern. Verlierer sind sie am Ende alle: die Stadt Wien, die Novomatic und sämtliches Personal, das die Konsequenzen eines möglichen Endes des Kleinen Glücksspiels tragen wird.

Neumann sagt weiterhin: „Derzeit fühlen wir uns in Österreich gut aufgehoben. Doch die Politik ist grundsätzlich aufgefordert, den Standort für alle Unternehmen so gut wie möglich zu gestalten. Österreich verliert ständig in allen Rankings.“

Dass Wien schon vor langem entschieden hat, das Automatenspiel möglicherweise zu stoppen, ist sicherlich keine große Überraschung für Glücksspielbetreiber. Dennoch haben es die meisten von ihnen offensichtlich versäumt, klärende Gespräche mit der Stadt zu suchen. Stattdessen werden jetzt harte Geschütze aufgefahren – die vermutlich nicht den gewünschten Erfolg bringen werden. Das Hauptproblem sind die unglaublichen Verluste, die allein die Novomatic zu befürchten hat. Die Rede ist hier immerhin von über 100 Millionen Euro. Sobald die 1.700 Automaten stillstehen, will das Unternehmen alle Schäden einklagen – plus weitere Kosten, die durch das Ende des Glücksspiels entstehen.

Ein Prozess kann sich gerade in solchen Fällen sehr lange hinziehen. Schließlich wird die Novomatic laut Ankündigung durch alle Instanzen klagen – eine Aufgabe, die durchaus mehrere Jahre in Anspruch nehmen kann. Dass es dabei nur Verlierer geben kann, steht schon jetzt fest. Lediglich ein paar Leute in der Politik werden sich am Ende fein auf die Schulter klopfen können, weil sie ihr Ziel erreicht und das Kleine Glücksspiel endgültig abgeschafft haben. Neumann befürchtet, dass bis zu 1.000 Mitarbeiter schon in Bälde auf der Straße stehen könnten; ohne Job und eine Aussicht auf Alternativen. Aber auch die Stadt selbst muss sich als Verlierer bezeichnen, da sämtliche Steuereinnahmen aus dem Automatenspiel entfallen werden. Gleichzeitig wandern mehr und mehr Spielautomaten-Fans in die Illegalität ab. Online Casinos ohne staatliche Kontrollen gibt es schließlich zu Genüge.

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