Illegale Spiele nehmen zu

Das Portal „Spieler-Info“ ist fest davon überzeugt: „In Oberösterreich wird zu wenig gegen das illegale Glücksspiel getan.“

Die Kritik scheint nicht ganz unbegründet. Zwar wurde ein verschärftes Gesetz verabschiedet, das bereits seit einiger Zeit Gültigkeit hat. Doch noch immer findet man in OÖ hunderte Spielautomaten, die weder registriert sind noch legal betrieben werden. Insgesamt handelt es sich nach der Schätzung von „Spieler-Info“ um 420 illegale Geräte – die Dunkelziffer kann aber weit höher sein.

Oberösterreich in der Kritik

Die Betreiber der Plattform haben die besagten Spielautomaten respektive deren Standorte (insgesamt 86 Stück) bereits detailliert auf ihrer Webseite aufgelistet. Vor allen Dingen sind es Sportbar, Cafés und Spielhallen, die die Geräte aufstellen, ohne über eine Lizenz zu verfügen. Um sie unauffälliger betreiben zu können, werden sie ganz einfach zwischen registrierte Automaten gestellt. Dies bedeutet bei Razzien und Kontrollen einen deutlichen Mehraufwand, denn tatsächlich muss jedes Gerät einzeln und explizit auf seine Legalität überprüft werden.

Mehrere hundert Spielautomaten unregistriert

„Spieler-Info“ ist gegenüber Oberösterreich sehr kritisch, denn man ist fest davon überzeugt, dass hier nicht scharf genug gegen die Betreiber illegaler Glücksspiele vorgegangen wird. Der Kampf scheint schlichtweg zu schwach auszufallen. Dabei nehmen vor allen Dingen Spieler Schaden durch die Nutzung der illegalen Spiele, denn man kann sie weder überprüfen, noch verlangen die Betreiber Informationen bzw. einen Ausweis – um beispielsweise solchen Gästen die Nutzung zu verwehren, die bekanntermaßen unter einer Spielsucht leiden. Sperrdateien werden schlichtweg umgangen, und da nützen selbst Spielerkarten nichts, wie sie in einigen Teilen Europas bereits gängig sind. Die Limits, die an den nicht gemeldeten Geräten eingestellt wurden, lassen sich ebenfalls schwer überprüfen.

Finanzamt rechnet mit Hinterziehung in Milliardenhöhe

Auch das Finanzamt leidet unter dem illegalen Glücksspiel in Oberösterreich, denn jedes Jahr werden mehrere Milliarden Euro einfach so vorbeigeschleust. Die Kritik von „Spieler-Info“ ist berechtigt. Hier fordert man, alle Cafés, Sportbars und andere Etablissements zu schließen, die illegale Geräte aufstellen und entdeckt werden. Anders als Niederösterreich hat Oberösterreich noch keine gravierenden Maßnahmen ergriffen, um dem Spiel ein Ende zu setzen. Dabei könnte man sich hier ganz einfach ein Beispiel daran nehmen, wie es in Niederösterreich läuft. Der Erfolg im Kampf gegen illegale Glücksspiele spricht für sich.

Kommentare zu Illegale Spiele nehmen zu