Keine Spielsucht in Vorarlberg?

Im Jahr 2012 wurde in Vorarlberg ein neues Wettengesetz verabschiedet. Laut diesem sind alle Wettlokal-Betreiber dazu verpflichtet, Spielsüchtige sofort zu melden. Verwunderlich: Auch nach rund dreieinhalb Jahren gingen beim Land keine Meldungen ein. Nun verlangen Spielsuchtexperten, dass die Gesetzgebung abgeändert wird.

Bisher keine Spielsüchtigen gemeldet

Die Wahrscheinlichkeit, dass es in den letzten Jahren keine Spielsüchtigen in Vorarlberg gegeben haben soll, ist schwindend gering. Das Land schreibt eine Meldung aller Personen vor, die entweder bereits offensichtlich spielsüchtig sind, oder aber bei denen eine Gefahr erkennbar ist, dass sie an der Sucht erkranken. Die Wettlokal-Betreiber haben sich bisher aber ganz offensichtlich nicht ausgiebig mit ihren Kunden beschäftigt, denn noch immer gibt es nicht eine gemeldete Person. Die Leiterin einer Spielsucht-Beratungsstelle in Feldkirch, Christine Köhlmeier, wurde vom ORF Radio zu diesem Thema befragt. Laut ihr liegt es vor allen Dingen an den Betreibern selbst, dass keine Meldungen vorliegen. Aber schlussendlich tragen dort die Mitarbeiter die wesentliche Verantwortung für den Betrieb. Ihnen fehlt es in vielen Fällen an der notwendigen Kompetenz und Ausbildung, um Spielsüchtige respektive gefährdete Spieler überhaupt zu erkennen. Ein weiterer Faktor ist die wirtschaftliche Perspektive der Unternehmen. Kein Wettlokal hat Interesse daran, zugunsten des Spielerschutzes auf Einnahmen zu verzichten – auch, wenn dies vom Gesetzgeber so verlangt wird.

Wettanbieter denen wirtschaftlich

Ein weiterer Punkt, um den sich Vorarlberg nun kümmern will: Nicht einmal Spieler selbst lassen sich selbst sperren, obgleich einigen durchaus bewusst ist, wie tief sie im Spielsumpf stecken. Selbsterkenntnis ist wie bei jeder Sucht der erste Schritt in die richtige Richtung. Damit dieser gegangen werden kann, brauchen solche Menschen allerdings mehr Unterstützung. Köhlmeier selbst kennt keinen Fall von Personen, die sich freiwillig selbst haben sperren lassen. Sie fordert nun die Abschaffung des Wettengesetzes, das es in dieser Form ausschließlich in Vorarlberg gibt. Man müsste ein bundesweites Gesetz anbringen, dass allgemeingültig und damit einfacher umsetzbar ist. Insbesondere die Tatsache, dass Wetten in den Bereich Glücksspiel fallen, wird gerne ignoriert. Ein gutes Beispiel dafür, wie Sperren sicher und zuverlässig funktionieren können, sind die Casinos Austria. Sie unterliegen dem Glücksspielgesetz und sperren Kunden sofort, sollten dieses ein auffälliges Verhalten an den Tag legen.

Es gibt neben Österreich nur wenige andere Länder, die eine Grenze zwischen Glücksspiel und Sportwetten ziehen.

Kommentare zu Keine Spielsucht in Vorarlberg?