Milliardenraub in Macau

In Macau sind die Menschen nicht immer so, wie sie scheinen. Dies beweist der jüngste Fall eines Mannes, der spurlos verschwand und mal eben so rund 10 Milliarden Hongkong Dollar mitnahm – umgerechnet sind dies knapp eine Milliarde Euro. Die Kontrolleure des Glücksspiels in der Region sind zwielichtige Gestalten, bei denen es an jeder Form von Transparenz fehlt. Mit den strikten Regelungen in Las Vegas lässt sich das asiatische Konzept keineswegs vergleichen. Hier veranstalten Firmen besondere Reisen, die sich an eingefleischte Zocker richten. Die Sache läuft dann meist wie folgt ab: Solche Geschäftsmänner kümmern sich um „Kundschaft“, die sie vom Festland Chinas in die Casinos verbringen. Damit es diesen Leuten möglich ist, sich wirklich zu vergnügen, erhalten sie von den Veranstaltern einen Kredit. Der Hintergrund ist der, dass Chinesen vom Festland nicht so viel Geld mitnehmen dürfen. Dieses strenge Gesetz wird letztlich umgangen – gegen Zahlung extrem hoher Provisionen.

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Anleger um Geld betrogen

Auch der nun gesuchte Huang Shan gehörte zu diesen dubiosen Veranstaltern. Seit rund vier Jahren kümmert er sich um solche Reisen nach Macau. Im April 2014 ist er auf ungeklärte Weise einfach verschwunden. Die Casinomanager und auch Führungskräfte fanden heraus, dass in der Branche plötzlich immer mehr Unregelmäßigkeiten auftauchten, was die Einnahmen anging. Nachdem der Asiat verschwunden war, wird die mit ihm abhanden gekommene Verlustsumme auf rund eine Milliarde Dollar geschätzt. Wo genau das Geld ist, das kann zum aktuellen Zeitpunkt niemand genau sagen. Huang Shan gehörte zu den großen Männern der Branche. Er bot seinen Anlegern an, Kredite mit einer Rendite von 2,5 Prozent zu vergeben – das ist weit über dem sonst üblichen Durchschnitt. Offensichtlich nahm er es bloß mit der Weitergabe an die Kunden nicht so genau, denn die besagte Milliarde Euro ist spurlos verschwunden, und mit ihr der zwielichtige Mann, der so undurchsichtig ist wie kaum ein zweiter. Behörden wollen sich zum Fall nicht äußern, während die Anleger um den Verlust ihrer Investitionen fürchten.

Negative Auswirkungen auf die Casinos

Natürlich machen sich auch die Casino Betreiber in Macau ihre Gedanken, denn es ist durchaus möglich, dass die Umsätze aufgrund dieses Vorfalls deutlich zurückgehen werden. Die Spielbanken selbst haben zwar durch die Aktion erst einmal keine Verluste, doch natürlich leidet der Ruf der Branche, nachdem herausgekommen ist, mit welchen Methoden sich Kreditvermittler wie dieser hier an den Anlegern – und damit auch an Kreditnehmern – bereichern.

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