Österreich geht neue Wege

Deutschland hat es bereits vorgemacht: Hier müssen sich Spielhallen und Wettbüros von Schulen fernhalten. Genau das möchte nun auch Österreich durchsetzen. Ein Verbot ist bereits in Planung. Anja Hagenauer (SPÖ) geht sogar noch einen Schritt weiter. Die Vizebürgermeisterin der Stadt Salzburg fordert eine komplette Reformation des Landesgesetzes.

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Gefahr von Spielsucht bekannt

Allein in Salzburg verzeichnet man über 5.000 Spielsüchtige – die Dunkelziffer ist vermutlich deutlich höher. Experten sind allein deshalb der Ansicht, dass sich grundlegend etwas ändern muss. Überwiegend handelt es sich um Männer, die der Spielsucht verfallen sind. Das Problem: Mehr und mehr Jugendliche finden Gefallen an Spielautomaten, Sportwetten und Co. Dem will die Vizebürgermeisterin von Salzburg nun entgegenwirken. Ziel ist es, Spielhallen, Café Casinos und Wettanbieter zu verbannen, wenn sich diese in der Nähe von Schulen befinden.

Hagenauer gibt zu verstehen: „Da ist meine Forderung klar an den Gesetzgeber, der das bestimmen kann, zu sagen: Wettbüros sind weiterhin erlaubt, allerdings im Umkreis von 800 Metern von Kindergärten und Schulen nicht. Und auch zwischen den einzelnen Wettbüros sollte ein Mindestabstand von 800 Metern sein. Hier ist der Landesgesetzgeber aufgefordert, im Jahr 2015 anzukommen. Es sind andere Zeiten und Spielformen, und dem müssen wir auch gerecht werden.“

Neue Mindestabstände für Spielhallen

Viele Länder in Europa haben bereits vorgemacht, dass es funktioniert. Deutschland hat sich zuletzt mit seinen Mindestabständen zueinander und zu öffentlichen Einrichtungen durchgesetzt – die Übergangsfristen laufen noch bis 2017. Schweden war sogar zuvor auf dem richtigen Weg, hat neue Richtlinien und Gesetze erlassen, um so die Zahl Spielsüchtiger drastisch zu minimieren. Die Erfolge in den Ländern sprechen für sich. Österreich will nun ein- für allemal nachziehen, denn der Jugendschutz muss an erster Stelle stehen.

Regulierung soll Spielsucht dämmen

Die Wirtschaftskammer schließt sich Hagenauers Meinung leider nicht an, bezeichnet diese sogar als weltfremd und wenig überlegt. Schließlich seien Sportwetten ein seriöses Geschäft, und Kunden können selbst entscheiden, ob und auf was sie wetten. In Salzburg befinden sich rund 30 Wettbüros. Das Problem, das die Kammer mit dem Vorstoß hat, begründet sich vor allen Dingen in der Gefährdung von Arbeitsplätzen. Außerdem gäbe es eine Altersbeschränkung, denn unter 18 Jahren hat niemand Zugang zu Wettterminals oder Wettbüros. Was allerdings die Betreiber daraus machen (Stichwort strikte Kontrollen), darauf wird nicht näher eingegangen.

Tatsächlich geht eine noch viel größere Suchtgefahr von Spielautomaten aus. Diese sind in Salzburg ohnehin komplett verboten. Schwierig scheint es nur, die Betreiber ausfindig zu machen und zu belangen.

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