Österreich will Steuer einführen

Kaum woanders erfreut sich Poker so großer Beliebtheit wie in Österreich. Die Casinos Austria haben ihr Angebot perfekt auf die hohen Ansprüche von Spielern abgestimmt, und auch private Spielräume erleben einen Hype. Der Vorteil an Österreich war bisweilen der, dass auch Pokergewinne keinerlei Steuern erhoben wurden. Umso leichter, sich ein paar Euro nebenbei zu „verdienen“. Jetzt gibt es jedoch schlechte Nachrichten für Spieler und Betreiber, denn schon im kommenden Jahr will das Bundesministerium für Finanzen die bisherige Steuerfreiheit endgültig kippen. Aktuell besagt das Gesetz, dass Poker als typisches Glücksspiel zu werten ist. Und wie bekannt, werden Gewinne aus Glücksspielen als steuerfrei gewertet – schon deshalb, weil sie nicht beeinflussbar sind. Deutschland hat diese Einschätzung bereits geändert und Poker zum Geschicklichkeitsspiel ernannt. Zumindest Profis, die sich regelmäßige Einkünfte durch das Kartenspiel sichern, werden inzwischen besteuert.

Pokerspieler werden zur Kasse gebeten

Österreich zieht nach, will aber auch hierzulande keine Steuern auf die Buy-Ins (Einsätze am Tisch) erheben. Es soll ebenso keine Bezeichnung wie Berufsspieler geben, denn dazu müsste man zu sehr ins Detail gehen. Ausschlaggebend für die Frage, ob sich ein Spieler von einem Teil seiner Gewinne in Form von Steuern trennen muss, sind die Höhe der Einsätze insgesamt – und die damit verbundenen Gewinne. Je mehr Glück ein regelmäßiger Spieler also hat, desto mehr muss er an den Staat abtreten. Die Gewinne können je nach Umfang als gewerblich angesehen und dann nach festgelegten Kriterien besteuert werden. Der Gesetzesentwurf liegt dem Finanzministerium bereits zur Prüfung vor. Ob sich die Besteuerung am Ende tatsächlich durchsetzt, darüber will man im Oktober dieses Jahres entscheiden. Wenn dem so sei, dann haben es Pokerspieler in Österreich bereits ab 2017 schwer. Vor allen Dingen bereitet ihnen die Tatsache Bauchschmerzen, dass Kosten, die für die Anreise zum Turnier und ähnliches anfallen, keine Berücksichtigung bei der Steuer finden sollen. Wenn dies tatsächlich stimmt, werden sich Spieler sicherlich Alternativen suchen und aus Österreichs lokalem Markt abwandern.

Entscheidung im Oktober

Mit dem neu geplanten Gesetz erhofft man sich in Österreich höhere Einnahmen. Diese sind aber höchstwahrscheinlich nur Wunschdenken, da die wenigsten Pokerspieler dazu bereit sein werden, ihr erspieltes Geld derart besteuern zu lassen. Alternativen gibt es schließlich zu Genüge, und das weiß letztlich nicht nur der einzelne Spieler, sondern auch der Staat selbst. Aktuell bleibt nichts weiter als abzuwarten, wie sich die Entscheidung im kommenden Monat entwickelt und ob das neue Gesetz überhaupt in Kraft treten kann.

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