Online Casinos verbieten

Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag ist so etwas wie ein Spagat zwischen Theorie und Praxis. Ob man ihn wirklich so umsetzen kann wie vorgesehen, diese Frage stellen sich Kritiker nun schon seit geraumer Zeit. In Deutschland ist ganz klar angedacht, dass Online Casinos respektive Internet-Glücksspiele verboten sind. Ganz offensichtlich lässt sich die Regelung aber nicht in die Praxis umsetzen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das von der Landesbehörde in Schleswig-Holstein erstellt wurde.

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In dem Gutachten sprechen Experten vom „Financial Blocking“. Das bedeutet nichts anderes als die Blockierung der Finanzströme, die wiederum zwischen den Glücksspielanbietern und interessierten Spielern entsteht. Genau darauf zielt der Glücksspielstaatsvertrag letztlich ab, doch das Datenschutzgesetz wiederum macht es unmöglich, eine solche Blockade tatsächlich aufzubauen und umzusetzen. Damit man Glücksspiele online komplett ausschließen kann, wäre es notwendig, private Daten aller Internetnutzer von Banken und weiteren Zahlungsanbietern sammeln zu lassen. Dazu gehören zum Beispiel die Standorte solcher Personen, die Glücksspiele nutzen. Im nächsten Schritt müssten dann alle Zahlungen in diese Richtung gänzlich unterbunden werden.

Da der Datenschutz in Deutschland besonders wichtig erachtet wird, sind dem Staat letztlich die Hände gebunden. Der Aspekt erlaubt es eben nicht, Daten dauerhaft zu speichern und alle Transaktionen von Bankkunden mit zu verfolgen. Eine ständige Überwachung wäre allerdings notwendig, damit man das Glücksspielgesetz durchsetzen könne. Darüber hinaus würde diese Überwachung einen unglaublichen zeitlichen und finanziellen Aufwand bedeuten. Während man in vielen Fällen keine Chance hat, an den Datenschutzrichtlinien zu rütteln, geht zumindest der DLTB, der Deutsche Lotto- und Totoblock, seinen ganz eigenen Weg. Er hat sich vorgenommen, alle Glücksspielanbieter ohne Lizenz zu blockieren und Zahlungsströme damit so schnell wie möglich zu unterbinden.

Der DLTB argumentiert seine Handlung damit, dass schon einige andere Länder in Europa erfolgreich diese Form des „Payment Blocking“ betreiben – vor allen Dingen, um den Spielerschutz zu gewährleisten. Das Europäische Parlament steht voll und ganz hinter dieser Entscheidung; und das bereits seit September 2013. Damals wurde deutlich gemacht, man müsse alle Optionen ausschöpfen, um gegen illegales Glücksspiel im Netz vorzugehen. Es sei dazu unbedingt notwendig, den Anbietern einen Zugang zum deutschen Markt zu verwehren.

Neben dem Spieler- und Spielsuchtschutz spielt auch das Allgemeinwohl eine wichtige Rolle im Kampf gegen illegale Glücksspielanbieter.

Problem ist nämlich, dass die Betreiber in der Regel in Gibraltar, Malta und ähnlichen Ländern angesiedelt sind. Die Einnahmen, die in Deutschland erzielt werden, kommen hier überhaupt nicht erst zur Besteuerung. Dadurch geht dem Staat Jahr für Jahr ein Vermögen durch die Lappen – ein Faktum, das auf lange Sicht nicht akzeptiert werden kann. Während theoretisch alle Register gezogen werden, kommt man aber praktisch kaum gegen die stark wachsende Branche an. Es wird wohl Jahre dauern, sich gegen die Betreiber und das verbreitete Angebot an Internetspielen durchzusetzen.

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