Poker in Deutschland – Fiskus hält die Hände auf

3,2,1 – meins! Wer diesen Ausspruch nur von einem bekannten Online Auktionshaus kennt, der wird sich spätestens jetzt mit einem Kopfschütteln wundern. Nach vorgenanntem Motto agiert derzeit das deutsche Finanzamt, das Pokerspielern die Stirn bietet und fleißig Steuern kassieren will. Künftig sollen alle Gewinne, die am Pokertisch erspielt wurden, versteuert werden. Die Argumentation deutscher Finanzämter lautet, dass es mittlerweile sehr viele Pokerspieler gibt, die ihre Leidenschaft gewerblich ausführen und sich geradezu von den Gewinnen am Pokertisch finanzieren. In solchen Fällen will der Fiskus künftig die Hände aufhalten – und das mit nicht unbeachtlichen Steuersätzen. Eddy Scharf, der bereits seit vielen Jahren leidenschaftlich und professionell Poker spielt, erhebt nun Klage gegen die Argumentation der Finanzämter. Immer wieder setzen sich Pokerspieler dafür ein, dass das Spiel auch außerhalb lokaler Spielbanken legalisiert wird. Ziel ist es, Poker zum Geschicklichkeitsspiel zu erklären.

Man könnte davon ausgehen, dass die Argumentation des Fiskus allen Pokerspielern geradezu gelegen kommt, denn schließlich müsste das Spiel zunächst legalisiert werden, bevor es den Finanzämtern überhaupt möglich ist, Steuern zu erheben. Eddy Scharf ist einer der Spieler, dem das Finanzamt nun Steuerschulden aufbrummen will. Künftig soll er einen Teil seiner Gewinne abtreten. Laut dem Amt verlange Poker jedem Spielern gewisse Fähigkeiten sowie ein Verständnis fürs Spiel ab. Diese Kriterien sind überhaupt erst ausschlaggebend für den Erfolg, den Eddy Scharf bereits seit Jahren zu verzeichnen hat. Laut Finanzamt ist Poker folglich kein Glücksspiel, sondern es verlangt Spielern vielmehr taktisches Geschick und Können im Allgemeinen ab. Ohne ein Höchstmaß an Fertigkeiten sei es nicht möglich, Spiele zu gewinnen. Klar ist: wenn der Fiskus mit seiner Argumentation durchkommt, gilt Poker fortan nicht mehr als Glücksspiel.

Positiv zu bewerten ist, dass sich die Behörden zumindest diese Meinung mit eingefleischten Pokerspielern teilen. Ein Faktum wurde dabei jedoch außer Acht gelassen, denn die Legalisierung bedeutet eine automatische Steuerpflicht für alle Gewinne, die am Pokertisch erzielt werden. Eddy Scharf spielt bereits seit 20 Jahren Poker und wurde durch das Spiel zum Millionär. Vor Gericht fährt er nun harte Geschütze auf. Seine Argumentation: die Gewinne habe er allein seinem Glück zu verdanken. Ohne Fortuna wäre es gar nicht erdenklich gewesen, solch gigantische Erfolge zu verzeichnen. Zwar ließe sich der Verlauf einer Poker Partie beeinflussen, doch auf das richtige Blatt im rechten Moment habe auch er keinen Einfluss. Das Urteil zu dem haarigen Prozess soll noch 2012 gefällt werden. Es ist schon erstaunlich, dass sich gerade ein Pokerprofi anders zum Geschicklichkeits- Glücksspiel Poker äußert als all seine Mitstreiter.

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