Poker Jesus oder Poker Betrüger

Die Full Tilt Poker Skandal geht sicher in die Geschichte von online Glücksspielen als ein Wendepunkt ein. Einerseits zeigte er wie lange der Arm der amerikanischen Justiz ist und zweitens brachte er auch große Unsicherheit über die gesamte Branche. Die Folgen waren das einige Unternehmen vom Markt verschwanden und neue Big Player gebildet wurden. Doch auch die beteiligten Personen an dem Skandal haben ihr Fett abbekommen.

Erschreckend ist aber, dass kaum einer wirklich rechtlich belangt wurde. Alle konnten sich mit ihren Millionen auf irgend eine Art freikaufen. Und alle scheinen so langsam wieder in den Pokerzirkus zurück kehren zu wollen. Doch während ein Spieler wie Howard Lederer sich für seine Fehler zumindest entschuldigt und sich öffentlich der Poker Community stellt hat sich Chris Ferguson dafür entschieden erst in Deckung zu gehen und dann bei der diesjährigen WSOP wieder aufzutauchen und so zu tun als sei nichts gewesen.

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Poker Pro Chris Ferguson spaltet die Community

Mit einer Rückkehr in den Poker Zirkus hätte bei Chris Ferguson niemand gerechnet. Vor allem nachdem er sich wirklich schamlos bei Full Tilt Poker bedient hatte. Jedoch hier gilt natürlich der Vorbehalt, dass niemand bisher wirklich die ganzen Hintergründe und Abläufe in dem online Casino kennt und einen Einblick hat wie weit es den Profiteuren überhaupt bewusst war was dort ablief. Doch der als Jesus bekannte Ferguson entschied sich in diesem Jahr bei der World Series of Poker wieder zurück zu kehren.

Das dies natürlich zu einigen Auseinandersetzungen führen wird war klar. Einige Poker Spieler wie Daniel Negreanu haben sich schon ausführlich darüber geäußert und ihre Meinung kundgetan. Doch als Ferguson nun den Finaltisch des 6-max No Limit Holdem Championships erreichte drohte die Sache zu eskalieren. Dieses Mal hatten sich nämlich nicht nur viele Gegner des ehemaligen Full Tilt Eigners eingefunden, sondern auch einige Freunde. Und an den Rails ging es dann so heiß her, dass die Verantwortlichen dieses Mal lieber einen Sicherheitsmann extra abgestellt hatten.

Ferguson Gegner contra Freunde

Am Tisch gab es dann mehrere Auseinandersetzungen. Ferguson wurde zum Teil recht hart angegangen und beleidigt. Aber auch seine Begleiter ließen es sich nicht nehmen ihr Idol bzw. ihren Freund teilweise ziemlich zynisch zu verteidigen. Das Interessante dabei ist, dass nicht nur irgendwelche Familienangehörigen dort unter den Begleitern von Ferguson waren, sondern auch gestandene Poker Profis wie Dennis Phillips, Chris Moorman, James Woods oder Robert Williamson. Sie scheinen ihm alle verziehen zu haben.

Durch eigenes Verhalten in die Situation gekommen

Während wir selbst heute Jahre nach dem so genannten Black Friday noch nicht wissen was alles genau bei Full Tilt abgelaufen ist, und uns deshalb mit Kritik an den Entscheidungen von Ferguson etwas zurückhalten. Kann ganz klar sein aktuelles Verhalten mehr als kritisiert werden. An den Tischen tut der als Jesus bekannte Poker Spieler nämlich so, als hätte er sich gar nichts vorzuwerfen und wäre sogar das Opfer.

Auf mehrere Interviewanfragen reagierte er zum Beispiel nur mit den Aussagen, dass er bei der World Series of Poker ist um dort Poker zu spielen oder dass er mit Pokerspielen beschäftigt ist. Am dreistesten dürfte jedoch die Aussage bei einer Nachfrage von Poker Listings zu einer Entschuldigung sein. Darauf antwortete Ferguson nämlich ganz dreist, dass er gar nicht weiß worum es geht und worüber geredet wird.

Ist Ferguson das Opfer oder ein Täter

So lange sich Ferguson selbst so verhält wird wohl nie klar werden was überhaupt passiert ist. Darf man dem angesehenen Poker Profi Mike Sexton glauben, dann hat Ferguson sich wirklich ganz wenig zu Schulden kommen lassen und alles dafür getan, dass die Spieler wieder an ihr Geld kommen.

Das Problem ist allerdings, dass Ferguson anscheinend lieber darüber schweigt und maximal andere Leute für sich sprechen lässt. Und wenn er dann etwas sagt, dann kommt es eher so vor wie ein Schlag ins Gesicht gegenüber der Community. Mit seinem Verhalten bei der diesjährigen World Series of Poker hat er sicherlich noch einmal mehr Schaden angerichtet als vielleicht wirklich mit seiner Teilnahme an Full Tilt Poker.

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