Schach ist verboten

Saudi Arabien prescht wieder einmal vor. Nach neuster Auslegung des Großmufti Abdul-Aziz al Sheihk ist Schach ein Glücksspiel, unislamisch und führt zu Streit. Dementsprechend gehört es verboten und sollte von keinem Gläubigen gespielt werden. Es befindet sich damit auf einer Ebene mit Barbie Puppen und Pokemon Karten. Auch diese wurden bereits verboten.

mrgreen-kuba

um echtes geld spielen

Bei der Aussage des Großmufti handelt es sich um eine so genannte Fatwa. Das heißt es ist kein Gesetz und wird entsprechend auch nicht bestraft, jedoch gilt es von nunan für jeden Gläubigen wirklich als Verboten. Ob sich das allerdings auch überall durchsetzt wird sich zeigen. Schließlich ist Schach eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen in islamischen Ländern.

Schach ist ein Werk des Teufels

In seiner Fatwa geht der arabische Großmufti noch weiter. Für ihn ist Schach ein Werk des Teufels. Oftmals führe es zu Streit und sei Geld- sowie Zeitverschwendung. In dieser Auslegung steht er gar nicht so alleine da. Bereits der Groß Ajatollah Ali al-Sistani aus dem Irak hat in die gleiche Kerbe geschlagen und das Spiel als Werk des Teufels bezeichnet sowie verboten.

Religiös gesehen haben beide vielleicht gar nicht so Unrecht. Schließlich gibt es beim Schach durchaus oft Streit und manchmal wie in vielen anderen Spielen auch eskaliert die Situation. Das Problem an der Sache ist einfach nur, dass in Ländern wie Saudi Arabien die Religion sowohl Alltag wie auch Gesetz durchdringt. Es dürfte somit auch zu befürchten sein, dass eventuell Schach bald wirklich auf die gleiche Stufe wie Glücksspiele gestellt wird.

Wenig Reaktionen bisher

Bisher hat sich nur der bekannte Schachspieler und ehemalige Weltmeister Garri Kasparow aus Russland zu dem Thema geäußert. Für ihn ist es „dumm“ Schach zu verbieten. Jedoch will auch er das Thema nicht zu hoch hängen und ergänzt noch im gleichen Tweet, dass die Themen Menschenrechte und Demokratie in Saudi Arabien das größere Thema sein sollten.

Auch der doch recht große Schachverband in Saudi Arabien hat sich bisher noch nicht zu dem Thema geäußert. Ebenso soll demnächst sogar ein Schachturnier in Mekka, dem größten Heiligtum des Islams stattfinden. Hierzu gibt es noch keine Informationen, ob eine Absage geplant ist.

Westliche Welt sollte sich an die eigene Nase fassen

Für viele aus der westlichen Welt gilt diese Fatwa nun wieder als Beispiel, den Islam und seine Gelehrten als fundamentalistisch oder zurück geblieben darzustellen. Doch wenn wir unsere eigenen Glücksspiel Gesetze anschauen, dann sind diese oftmals nicht viel besser. Schließlich argumentiert der Großmufti nicht viel anders als unsere Politik wenn es darum geht Casino Spiele zu verbieten.

Nur weil wir der Meinung sind, dass Schach unbedenklich ist, muss diese Ansicht nicht für alle Menschen gelten. Schließlich sind auch ganz viele der Meinung, dass ein freier online Casino Markt unbedenklich ist. Und wen es stört, dass hier mit religiösen Argumenten argumentiert wird, der sollte nur mal auf die USA schauen. Auch dort führen immer wieder religiöse Argumente zum Verbot von Glücksspielen.

Anstatt jetzt diese Meldung mit einem Schmunzeln zu lesen, wäre es viel wichtiger sich mal in aller Ruhe Gedanken darüber zu machen. Und nicht nur über das Thema Schach, sondern über den Umgang mit Glücksspielverboten allgemein.

Kommentare zu Schach ist verboten