Schweiz will Poker legalisieren

Die Schweiz hat in den letzten Jahren hart durchgegriffen und kleine Pokerturniere in privaten Pokerclubs strikt untersagt. Dies könnte sich jedoch schon bald wieder ändern, denn mit der neuen Gesetzgebung, um die sich derzeit das Parlament bemüht, will man Pokerturniere tatsächlich wieder legalisieren – natürlich unter Berücksichtigung strikter Auflagen. Die Szene ist, anders als zunächst vom Gesetzgeber angenommen, sehr kritisch.

Fachleute sehen neues Gesetz kritisch

Jeder Pokerclub, der kleinere Turniere veranstalt, hat dem neuen Gesetzesentwurf zufolge gewisse Auflagen zu erfüllen. Dazu gehört, dass es sich bei dem jeweiligen Club um einen eingetragenen Verein ohne Auffälligkeiten handelt. Der gute Ruf ist sozusagen das Siegel für seriöses Glücksspiel. Transparenz hat für den Gesetzgeber oberste Priorität – insbesondere, was die Geschäftsführung angeht. Turniere um echte Einsätze sollen in diesem Fall zwar gestattet sein, doch will man die Obergrenze der Einsätze so weit wie möglich senken. Eine genaue Definition der maximalen Wette gibt es bisher nicht. Es steht lediglich fest, dass hohe Einsätze nicht geduldet werden. Ebenfalls wird eine maximale Anzahl an Spielen pro Tag und Verein festgelegt. Veranstaltet ein Club mehr als 24 Turniere jährlich, so muss er die Finanzen in Form einer Revision darlegen.

Keine klaren Limits – bis jetzt

Der Pokerspielanbieter Verband, vertreten durch Marc Horisberger (Präsident des Vereins), äußert seine Kritik deutlich: „Wenn einerseits die Zahl der Turniere begrenzt und andererseits tausende Franken teure Rechnungsprüfungen gefordert werden, ist es für keinen Club möglich, ein attraktives Turnier anzubieten, dessen Einnahmen Miete und Lohne deckt.“
Auch Lukas Reimann, SVP-Nationalrat, sieht die Sache mit Zweifeln: „Dass ein kleiner Club eine Rechungslegung wie eine Aktiengesellschaft machen soll, ist nicht praktikabel. Wir müssen diese Arbeitsplätze und Einnahmen in der Schweiz behalten. In den Boom-Jahren haben diese Pokervereine viele Jobs für Studenten angeboten.“

Gesetzesentwurf noch nicht abgesegnet

Veranstalter von Pokerplattformen sind zwiegespalten, denn auf der einen Seite ist es endlich möglich, legal an Pokerturnieren mit niedrigen Limits teilzunehmen. Auf der anderen Seite müsse man aber davon ausgehen, dass rund zweidrittel aller Vereine dicht machen können – eben weil die Kosten den Nutzen nicht decken.
Bislang gibt es leider noch keine konkreten Zahlen, aber diese möchte der Schweizer Casinoverband zeitnah bekanntgehen. Man will keine „kommerzielle Parallelbranche“ erschaffen, sondern eigenständige Pokerturniere ermöglichen, die keinerlei Konkurrenz zu den Spielbanken darstellen. Ob dies überhaupt möglich ist, muss die konkrete Umsetzung des Entwurfs zeigen. Rein rechnerisch könnte die „Legalität“ tatsächlich das Aus für etliche Pokervereine bedeuten.

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