Spanien protestiert

Eurovegas ist in aller Munde. Die Spanier haben sich allerdings wenig für dieses zweite Las Vegas in Europa begeistern können, das in Madrid eröffnet werden soll. Am Rande der Metropole soll das Mammut-Projekt schon bald beginnen, in das mehrere Milliarden Euro fließen. Ziel ist es, dem echten Las Vegas den Rang streitig zu machen. Sheldon Adelson, seines Zeichens Milliardär aus den USA, will demnächst mit der Umsetzung der Pläne beginnen. Eurovegas wird dann aus dem Boden gestampft – ein Zocker Paradies mit allem, was das Spielerherz begehrt. In diesem Jahr ist der Baubeginn angesetzt, gegen den Kritiker mit harten Bandagen – oder besser gesagt mit harten Töpfen – vorgehen wollen. Jüngst wurde „EurovegasNo“ gegründet, eine Bürgerinitiative, die sich klar gegen den Bau des Casinoresorts ausspricht. Tausende Menschen gingen am letzten Freitag auf die Straßen und protestierten lautstark. Ihre Waffen: Kochtöpfe.

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Ein Projekt – etliche Kritiker

Die Bürgerinitiative erhält Unterstützung von einigen namhaften Gewerkschaften in Spanien. Sie haben sich längst der Meinung angeschlossen und kritisieren das Vorhaben genauso wie die Bürger in Madrid und den umliegenden Städten. Einer der Gründe für die Kritik an dem milliardenschweren Bau ist die Sorge um Korruption. Diese wird laut der Initiative größer ausfallen als die Vorteile, die das neue Eurovegas mit sich bringt – darunter die Beschaffung neuer Arbeitsplätze für mehrere hundert Menschen im Land. Glücksspiel ist laut den Kritikern geradezu prädestiniert dafür, korrupte Machenschaften anzulocken. Christina Fernandez, Sprecherin der Bürgerinitiative „Eurovegas No“ verdeutlicht die Befürchtungen noch einmal im Interview mit einer spanischen Zeitung. Sie kritisiert außerdem, dass das Geld anderswo besser aufgehoben wäre, das dieses große Projekt verschlingt – so zum Beispiel in die Bildung oder aber in die Gesundheitsfürsorge.

Die Liste der Sorgen ist lang

PP, die Oppositionspartei, und auch die spanische Kirche, stimmen der Kritik zu. Sie sprechen sich ebenfalls klar gegen den Bau aus und nennen das geplante Vorhaben ein „Sündenreich“. Der Nutzen dieses Eurovegas sei laut der Partei nicht deutlich genug erkennbar. Profitieren würden demnach lediglich die Betreiber. Einnahmen könnten die immensen Investitionen gar nicht auffangen. So wurden zum Beispiel Steuervergünstigungen zugesichert, die bei rund 95% liegen. Außerdem sollen Mitarbeiter der neuen Casinowelt von gesenkten Sozialabgaben profitieren. Die Allgemeinheit hat aber im Grunde genommen nichts von dem Projekt, das alles andere als gemeinnützig oder wirtschaftlich sinnvoll erscheint. Ende 2017 soll dennoch die erste der drei geplanten Bauetappen abgeschlossen werden. Insgesamt 17 Mia. Euro fließen in sechs Casinos, 750.000 HA Land und 12 Hotels. Hinzu kommen unter anderem Golfplätze, Restaurants, ein Stadion und Einkaufszentren sowie ein Freizeitpark.

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