Spielbanken im Zwiespalt

Natürlich besteht die größte Herausforderung der bayrischen Spielbanken darin, Kunden für sich zu gewinnen, die nach Spielspaß, Unterhaltung und einer Möglichkeit suchen, dem Alltag für eine Weile zu entfliehen. Vor allen Dingen sollen Gäste aber eines tun: spendabel sein. Dieses Ziel wird den Betreibern nun noch mehr erschwert, denn das Land pocht darauf, dass sich Spielbankenbesitzer noch intensiver mit der Spielsuchtprävention auseinandersetzen. Damit stehen Casinos und ihre Betreiber auf Messers Schneide, denn im Grunde genommen sind die Ziele von Staat und Spielbanken gar nicht miteinander vereinbar. Außerdem gab es bisher keine konkreten Angaben dazu, wie genau Casinos es anstellen sollen, Spielsucht vorzubeugen und sie parallel dazu zu bekämpfen. Nun greift der Staat ein, denn es gibt einen geänderten Glücksspielstaatsvertrag, der explizite Maßnahmen aufzeigt. Möglicherweise ist dies die Lösung für das Management der schwierigen Aufgabe, beide Standpunkte und Ziele miteinander zu vereinen.

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Kundengewinnung vs. Suchtbekämpfung

Der neue Staatsvertrag zum Glücksspiel sieht vor, dass Personal intensiv im Bereich der Spielsuchtprävention geschult werden. Es sollen Mitarbeiter zielgerichtet auf all jene Spieler zugehen, die auffällig oft spielen oder die zu viel Geld ausgeben. Wenn auffällt, dass ein Kunde ein problematisches Spielverhalten an den Tag legt, muss künftig sofort durch die geschulten Mitarbeiter eingegriffen werden. Gäste sollen aber nicht nur angesprochen helfen, sondern man will ihnen auch Hilfe anbieten. Dies bedeutet, dass Spielbanken ab sofort besonders eng mit Spielsucht-Zentren und Suchtberatungsstellen zusammenarbeiten müssen, um der Sucht den Kampf anzusagen und sie effektiv zu bekämpfen. Professor Doktor Gerhard Meyer, der an der Uni Bremen arbeitet, hat im Casino Bad Füssing gemeinsam mit einigen Mitarbeitern die Probe aufs Exempel gewagt und aufgezeigt, wie eine Hilfestellung von Seiten der Spielbanken aussehen kann und sollte. Der erste Schritt zum Erfolg besteht darin, das Auge zu schulen und eine gute Beobachtungsgabe an den Tag zu legen.

Die Lösung: Schulungen und aktives Handeln

Sofern Gäste durch häufigere Spielbankenbesuche oder ein insgesamt auffälliges Verhalten aus der Masse an Spielern herausstechen, besteht dringender Handlungsbedarf. Spielen soll eben nicht zur Sucht werden und Gäste nicht daran hindern, ihr geregeltes Leben wie gewohnt zu führen. Hilfe kommt manchmal sogar aus dem näheren Umfeld, wie der Familie, Freunden und Bekannten. Auch Angehörigen von pathologischen Spielern kann dazu geraten werden, das Spielverhalten zu beobachten und gegebenenfalls die Casinos darüber zu informieren. Diese müssen auf jeden Hinweis eingehen und die Sachlage prüfen.

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