Spielen an der Tankstelle

In Feldkirch wurde nun ein ehemaliger Tankstellenpächter verurteilt, der sich der Steuerhinterziehung schuldig gemacht hat. Durch das Aufstellen und Betreiben von Spielautomaten nahm er rund 30.000 Euro pro Monat ein – ohne auch nur einen Euro Steuern zu bezahlen. Vier Geräte hatte er in seiner Tankstelle aufgestellt, und nach eigenen Angaben fühlte sich der Angeklagte, der türkischer Abstammung ist, wie „Alexander der Große“. 20.000 bis 30.000 Euro jeden Monat sackte der Pächter der Tankstelle monatlich ein. Über eine Abgabe von Glücksspielsteuern hatte er sich bis dato nie Gedanken gemacht. Dies wird dem 37-Jährigen jetzt zum Verhängnis, denn die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Anklage erhoben. Der Steuerbetrag, der laut Gericht noch zu entrichten sei, liegt bei mehr als 200.000 Euro.

Steuerhinterziehung in extremer Höhe

Für den Fall zuständig war das Landgericht in Feldkirch, dass am Mittwoch ein scharfes Urteil fällte. Die Geldstrafe wurde auf 60.000 Euro festgesetzt. Mindestens 30.000 Euro muss der Mann definitiv zahlen. Inzwischen ist der Angeklagte als Taxifahrer tätig. Das Finanzamt Bregenz fordert, dass er innerhalb des kommenden Jahres 193.000 Euro zu zahlen hat – die noch offenen Steuern, um deren Begleichung er nicht herumkommen wird. Ob sich seine Tat gelohnt hat? Wohl kaum, denn nun kann sich der Ex-Tankstellenpächter einen Weg überlegen, wie er all seine Schulden in so kurzer begleicht. Das Gericht hat den Mann rechtskräftig verurteilt, so dass es keine Möglichkeiten mehr gibt, hier herauszukommen.

Gericht fällt mildes Urteil

Mit dem Urteil kommt der Täter deutlich um die mögliche Strafe laut Gesetz herum, denn demnach müsste er locker mehr als 400.000 Euro zahlen – also das Doppelte der tatsächlich hinterzogenen Summe. Sollte es dem Mann nicht gelingen, gleich die 30.000 Euro ans Gericht abzuleisten, bliebe nur noch eine Freiheitsstrafe – gegebenenfalls durch eine Fußfessel.

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