Spielhallen sterben in Deutschland

In Nordrhein-Westphalen kann man bald absehen welche Folgen es haben kann wenn Staat und Politik Glücksspiele zum Wahlkampfthema machen und sich versuchen auf Kosten der Spieler zu profilieren. Die Übergangsfrist für den neuen Glücksspielstaatsvertrag ist nämlich beendet und damit werden im nächsten Jahr ein Großteil der Spielhallen dicht machen müssen.

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um echtes geld spielen

Nur um einige Zahlen aus den Großstädten des Deutschen Bundeslandes zu nennen. Aktuell gibt es in Krefeld 63 Spielhallen. Davon werden am Ende noch Neun Stück übrig bleiben. In Essen gibt es 119 Automatencasinos, wovon bis auf 14 alle geschlossen werden müssen. Was das für die Arbeitsplätze in der Region bedeutet braucht man gar nicht erwähnen. Aber auch den Kommunen wird es gewaltig an Geld fehlen. Vom wirtschaftlichen Schaden für die Unternehmen ganz zu schweigen. Und ob das alles wirklich dem Spielerschutz dient ist mehr als fraglich.

Strenge Vorgaben für Spielcasinos

Wer in Zukunft Casino Spiele bzw. Automatenspiele anbieten möchte, der muss sich an strenge Vorgaben halten. Nicht zu verwechseln mit den Spielen in den Staatlichen Spielbanken. Diese sind von solchen Vorgaben komplett ausgenommen. Sie dürfen machen was sie wollen und auch andere Einschränkungen gelten für die Casinos nicht. Die Limits sind nicht beschränkt und auch nicht die möglichen Verluste für die Spieler. Doch in diesen scheint der Spielerschutz mehr gewährleistet zu sein als in den Automatencasinos und Spielotheken. Jedenfalls wenn man sich die staatliche Beurteilung anschaut.

Unter den strengeren Vorgaben gibt es zum Beispiel Mindestabstände. Die einzelnen Spielotheken müssen untereinander einen Mindestabstand haben und dann auch noch einmal von Einrichtungen wie Schulen, Jugendzentren usw. weit genug entfernt sein. Wie man dabei entscheiden kann welche von mehreren bestehenden Spielotheken geschlossen wird ist nicht klar – zumindest rechtlich sollte da noch einiges auf die Kommunen zukommen.

Kommunen erwarten hohe Kosten

Schaut man sich die Spielhallen Szene in Deutschland an, dann ist es nun mal so, dass vor allem finanzschwache Kommunen viele Spielhallen auf ihrem Gebiet haben. Das liegt zum einen am Bedarf für die Spieler und zum anderen auch weil die Kommunen das Geld durch die Unterhaltungssteuer gut gebrauchen können. Teilweise sind das mehrere Millionen Euro. Hinzu kommt dann aber auch noch, dass die Betreiber oftmals regionale Unternehmen sind und auch Gewerbesteuer sowie andere Abgaben in der Region zahlen.

Das alles dürfte zwar nicht komplett weg fallen, aber zumindest stark reduziert werden. Wenn man davon ausgeht, dass 80 % der Spielhallen schließen müssen, werden auch die Steuern stark sinken. Doch damit nicht genug. In den Spielhallen sind auch eine Menge Menschen beschäftigt, die in Zukunft dann Arbeitslos werden. Da es sich hier nicht um gesuchte Fachkräfte handelt dürften diese vor allem den Sozialsystemen zu Lasten fallen. Also weitere Kosten die auf die Kommunen zukommen. Anders gesagt diese neuen Gesetze und Vorgaben dürften vor allem für die Kommunen ziemlich teuer werden.

Wirkung von Spielautomaten Gesetzen nicht bewiesen

Man könnte ja das Vorgehen der Politik verstehen wenn es wirklich nachweislich etwas bringen würde. Aber Suchtexperten sind sich einig, dass die Probleme ganz wo anders liegen. Während man den Spielcasinos die Ketten immer enger legt werden anderen Glücksspielanbietern immer mehr Freiheiten gegeben. Lotto darf sogar mit ihrem online Angebot werben, Spielbanken ebenso und dank europäischer Urteile dürfen sogar online Casinos und Sportwetten Anbieter mittlerweile wieder aktiv für sich in Deutschland Werbung machen. Zumindest wird es schwer hier rechtlich durch alle Instanzen zu gewinnen.

Aber das ist ein anderes Thema. Auch wenn die Werbung weg bleiben würde sind sich Suchtexperten einig, dass das aktuelle Vorgehen wenig Aussicht auf langfristigen Erfolg haben würde. Gerade suchtkranke Spieler wandern nämlich einfach zu illegalen Angeboten oder in online Casinos
ab. Und dort sind sie dann nicht nur jeder Kontrolle entzogen, sondern das Geld fließt auch komplett am Deutschen Steuerzahler vorbei. Vielmehr wäre es nötig mit den Spielhallen Betreibern zusammen zu arbeiten und hier gemeinsam etwas gegen die Spielsucht zu unternehmen. So lange aber Spielautomaten immer wieder als Politikum heran gezogen werden, wird das kaum möglich sein. Und die Leidtragenden sind am Ende wieder die Spieler, Bürger und Steuerzahler.

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