Spielsucht Prozess dauert an

Der berühmteste Spielsüchtige aus dem Casino St. Gallen konnte sich auch jetzt noch immer nicht einig werden mit den Betreibern der Spielbank. Da keine Einigung möglich scheint, musste es zu einem weiteren Prozess im Landesgericht Feldkirch kommen. Am gestrigen Mittwoch war es dann so weit. Wie der Fall ausgegangen ist, weiß man jedoch noch nicht genau. Doch fangen wir am besten ganz von vorne an. Besagter Süchtiger hatte das Casino St. Gallen verklagt, weil ihm Hab und Gut durch sein exzessives Spielen verloren gingen. Schlussendlich will er Schadensersatz bekommen – eine Forderung, der das Casino selbst natürlich nicht freiwillig nachkommt. Entsprechend lange dürfte es also dauern, bis der Prozess zum Abschluss gebracht werden kann. Die Spielbank hätte nach Auffassung des Klägers viel eher auf seine deutlich merkbare Sucht reagieren müssen. So jedenfalls argumentiert der Mann, der es mit seinem außergewöhnlichen Fall zumindest geschafft hat, einen gewissen Bekanntheitsgrad in Österreich und der Schweiz zu erlangen.

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Prozessende in weiter Ferne

Der Richter im Landesgericht befürchtet schon jetzt, dass man nicht allzu schnell eine Lösung schaffen kann. Den ersten Termin hat er zumindest bis in den späten Nachmittag anberaumt, so dass genug Zeit blieb, alle Zeugen nacheinander zu hören. Geladen wurden diese nicht zu ein- und derselben Uhrzeit, sondern quasi gestaffelt. Man will vor allen Dingen klären, nach welchem Rechtsrahmen überhaupt ein Urteil gefällt werden kann, denn beteiligt sind sowohl Österreich als auch die Schweiz. Beide Rechtsnormen unterscheiden sich in einigen Punkten deutlich voneinander, so dass kein Weg daran vorbeiführt, hier eine klare Linie zu finden. Erst dann ist es überhaupt möglich, die Verhandlung auf Spur zu bringen, um vielleicht in einigen Monaten mit dem Thema abschließen zu können.

Keine Einigung möglich

Eins haben die Gesetze der beiden Staaten jedenfalls gemeinsam: Sie fordern, dass Spielbanken auf Süchtige eingehen und dann eingreifen, wenn es erforderlich scheint – notfalls eben mit einer konsequenten Spielersperre. Der Kläger hatte allerdings rund vier Millionen Euro verzockt, ohne dass man ihn davon abhielt. Eine Teilschuld muss das Casino seiner Auffassung nach haben. Das Zivilverfahren wurde nun zwar eingeleitet, doch noch haben beide Seiten jederzeit die Möglichkeit, sich auch außergerichtlich zu einigen. Man kann also zur aktuellen Stunde noch gar nichts zum Ausgang dieser Auseinandersetzung sagen. Nach einigen Stunden im Prozess wurde immerhin geklärt, dass das Casino – wenn überhaupt – nach österreichischem Recht zum Schadensersatz verurteilt werden kann.

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