Spielsuchtprävention erfolglos

Vor kurzem wurde in Österreich das so genannte „Wettunternehmergesetz“ verabschiedet, das bereits jetzt harsche Kritik von Seiten der Spielsuchtexperten erntet. Die regierungsführende SPÖ hat in dem besagten Gesetz festhalten, dass es künftig deutliche Mindestabstände der Glücksspielbetriebe zu Schulen, zueinander und zu anderen öffentlichen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche geben muss. In diesem Punkt tut es das Land dem Nachbarn Deutschland gleich, doch der gewünschte Effekt wird damit offensichtlich nicht erreicht. Fachleuten zufolge müsse man Spielsüchtige und auch Jugendliche anders, besser schützen. Die Abstände allein genügen dazu nicht.

Gesetzgebung scheint wirkungslos

Mit dem neuen Gesetz hat sich nun das „Salzburger Institut für Glücksspiel & Abhängigkeit“ auseinandergesetzt. Hier weiß man um die dramatische Entwicklung der Spielsucht. Das neue Wettunternehmergesetz beinhaltet insbesondere empfindliche Strafen gegenüber Wettanbietern, die sich nicht an den Jugendschutz halten. Faktisch dürfen junge Menschen unter 18 Jahren die Etablissements gar nicht betreten. Wer keine Kontrollen durchführt, macht sich als Betreiber einer solchen Einrichtung strafbar. Die Konsequenzen können bis zur Schließung des Unternehmens führen.

Viele Probleme durch Illegalität

Experten sehen die neue Gesetzgebung dennoch kritisch, denn laut ihnen genüge es nicht, einfach nur Mindestabstände von bis zu 800 Metern festzulegen. Damit seien Spielsüchtige und Jugendliche nicht ausreichend geschützt. Roman Nesshold, der Geschäftsführer des Instituts, findet dazu klare Worte: „Das Personal solcher Büros muss geschult werden, damit gefährdete Kunden erkannt und ausgeschlossen werden können. Und die Wettbüros müssen über ihren Schutz für Spieler berichten, bei regelmäßigen Kontrollen durch die Behörde. Das Allerwichtigste ist die Spielsuchtberatung außerhalb von Kliniken. Bisher wurden vom zuständigen Soziallandesrat keinerlei Förderungen in die Spielsuchtberatung investiert.“
Wenn schon ein neues Gesetz, dann sollte gerade der Bereich Spielsuchtberatung Berücksichtigung finden – vor allem wegen der dramatischen Entwicklung der letzten Jahre.

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