Stuttgarter Wettmafia

Denkt man an Baden-Württemberg, dann denken viele vor allem an Spätzle, Maultauschen und die Kehrwoche. Dass dort über einen längeren Zeitraum eine organisierte Wettmafia ihr Unwesen getrieben hat, hätten wohl die wenigsten erwartet. Die Köpfe und mehrere Mitglieder stehen jetzt vor Gericht. In dem Indizienprozess drohen ihnen Haftstrafen.

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Dieser Prozess vor dem Stuttgarter Landgericht zeigt aber wieder einmal wie Grenzübergreifend das Vorgehen gegen Betrug um Sport und Wettbetrug sein muss. Den fünf Männern wird nämlich vorgeworfen, zwei Spiele in der ersten dänischen Fußball Liga manipuliert zu haben. Es soll sich dabei um Spiele des FC Vestsjaelland im Herbst 2014 und im Februar 2015 gehandelt haben. Die Wetten wurden aber in lokalen Wettbüros in Baden-Württemberg abgegeben.

Ein spannender Fall von Wettbetrug

Das rechtlich Interessante an diesem Fall ist, dass die Staatsanwaltschaft nicht wirklich sagen kann wie die Spiele manipuliert wurden und welcher Spieler daran beteiligt war. Sie können den Tätern nur durch bei einer Hausdurchsuchung gefundenen Beweise nachweisen, dass diese Spiele manipuliert wurden. Auch wird den fünf Männern vorgeworfen in Deutschland aktiv geworden zu sein. Dort sollen sie versucht haben in der dritten Bundesliga Spiele des SG Sonnenhof Großaspach zu verschieben.

Dieser Versuch ist aber laut Staatsanwaltschaft gescheitert. Weder der Trainer, noch der spätere Interimstrainer waren bereit sich darauf einzulassen und haben das Geld abgelehnt. Ob weitere Spiele manipuliert wurden oder ob es zumindest weitere Versuche gegeben hat ist schwer zu sagen. Es kann zwar durchaus sein, dass die Sportwetten Betrüger schon länger tätig waren. Jedoch gibt es dafür einfach keine Beweise. Ob diese nun rechtzeitig vernichtet wurden oder es einfach nichts gab, was es zu beweisen gibt, wird wahrscheinlich kaum noch aufzuklären sein.

Täter ziemlich unbedacht vorgegangen

Dass es sich hierbei wirklich um kleine Fische handelte sieht man nicht nur an der angeblich ergaunerten Summe. Es soll sich um 170.000 Euro handeln. Auch das Vorgehen der Sportwetten Betrüger war zum Teil dilettantisch. Die Stuttgarter Wettmafia hat einfach in Sportwetten Büros der Region ihre Einsätze platziert. Dort ist es aber schwer sehr viel Geld zu riskieren.

Als die Anbieter sich dann geweigert haben Auszahlungen bis zu 30.000 Euro den Spielern auszuhändigen drohten diese mit Gewalt und die Polizei wurde eingeschaltet. So konnte dann der ganze Fall aufgedeckt werden. Es kann also durchaus sein, dass die Sportwetten Betrüger am Ende sogar mehr Geld verloren haben, durch die nicht getätigten Auszahlungen, als sie gewonnen haben.

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