Tiefschlag für Roulettespieler

Einem Mann aus Vorarlberg passierte das, wovor Spielsuchtexperten immer wieder warnen. Er verzockte sein gesamtes Hab und Gut – alles in allem drei Millionen Euro.

Jürgen N. hätte nie geglaubt, dass er einmal auf den Cent achten müsste. Seine Rechnung für zwei Kurze und ein Mineralwasser in Höhe von 7,30 Euro kann er nur mit aller Mühe begleichen. Bescheidenheit ist das, was den Mann heute auszeichnet. Lokalrunden schmeißen und es so richtig krachen lassen? Diese Zeiten sind für den Vorarlberger längst Vergangenheit. Er sagt traurig, dass er sein Geld zusammenhalten muss. In einem Interview redet er über die guten alten Zeiten, und auch über darüber, wie sich Freunde als falsch herauskristallisierten. Heute muss der 37 Jahre alte Mann darum betteln, dass man ihn bei der Bezahlung seiner monatlichen Kosten unterstützt. Noch vor ein paar Jahren wäre das niemals nötig gewesen, denn da war der Mann steinreich. Das Hier und Jetzt bedeutet für ihn, vier Euro in der Tasche zu haben – Geld, das für drei Kinder und ihn reichen muss.

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Von 100 auf Null in wenigen Monaten

Damals arbeitete Jürgen N. als Versicherungsmakler. Seine Taschen waren stets gut gefüllt. Er selbst hatte laut eigenen Angaben überhaupt kein Gefühl für Geld und dafür, was er da eigentlich mit sich herumtrug. Dies ist sicherlich einer der Gründe dafür, dass der Mann ganze drei Millionen Euro am Roulettetisch verzockte und dass es ihm heute so schlecht geht. Schon in seiner Jugend fühlte er sich zu Casinospielen hingezogen. Gewinnen konnte er nur selten, dafür aber umso mehr verzocken. Im Jahr 2005 gewann er tatsächlich einen Jackpot – 3 Millionen Euro. Von jetzt auf gleich war Jürgen N. Millionär. Schon damals war der Mann laut eigener Aussage ein Zocker. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis ihn das Glück, und damit auch seine Millionen, wieder verlassen würde. Ihm ist klar, dass er selbst Schuld trägt an seiner Sucht. Doch auch das Casino St. Gallen wird von ihm beschuldigt, einen Großteil dazu beigetragen zu haben. Zitat: „Im Casino St. Gallen galt ich plötzlich als eine Art Weihnachtsgans. Zuerst wurde ich gemästet, dann gerupft und am Ende brutal geschlachtet.“ Er ist sich sicher, dass die Spielbank nichts anderes wollte als sich das ganze Geld zurückzuholen.

Spieler erhebt schwere Vorwürfe gegen Casino

Sicher hat der Unglückspilz aus seinen Fehlern gelernt. Schon bald muss er sich vor Gericht seiner Vergangenheit stellen. In dem Interview macht er deutlich, dass er parallel dazu gegen seine Sucht ankämpfen wird. Seine bestürzende Geschichte zeigt, dass Geld allein eben doch nicht glücklich macht, und dass es wichtig ist, sich klare Grenzen zu setzen – egal, welches Casinospiel genutzt wird.

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