Vertagung Casinoprozess

Der derzeit laufende Schadenersatzprozess gegen das Casino St. Gallen, das von einem Spieler aus Vorarlberg angezettelt wurde, ist nun noch einmal vertagt – und das auf bisweilen unbestimmte Zeit. Laut Angaben des Klägers verlor dieser mehr als drei Millionen Euro in der Spielbank. Da es sich bei dem Kläger um einen bekannten Spielsüchtigen handelt, gibt er nun vor, dass ihn das Casino St. Gallen zum Zocken angestiftet hat. Schuld daran sei eine übermäßige Werbemaßnahme, die ihn dazu verlockte, sich seiner Sucht erneut hinzugeben.

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Prozess auf unbestimmte Zeit verschoben

Ein Prozesstag wurde nun wieder geführt. Zuständig für den Rechtsstreit ist das Landesgericht in Feldkirch. Es muss die Frage klären, ob der 38 Jahre alte Mann aus Vorarlberg tatsächlich ein Anrecht auf Schadenersatz hat. Beim nächsten Prozesstag muss der Direktor der Spielbank aussagen, der ganz offensichtlich mehr Antworten zu den damals gelaufenen Werbekampagnen liefern kann. Da er sich aber schon seit einiger Zeit in Singapur niedergelassen hat, wird sich der Prozess wohl noch eine Weile hinziehen. Der Spieler selbst gibt derweil vor, man habe ihn um mehr als drei Millionen Euro gebracht und sein Leben zerstört. Diese schweren Vorwürfe erhebt der Kläger auch weiterhin gegen das Casino St. Gallen. Laut ihm hätte er vor der Spielsucht, die schon bekannt war, geschützt werden müssen. Dies sei aber nicht geschehen. Bereits vier Zeugen haben zur Werbung ausgesagt, die angeblich derart offensiv gewesen sein muss, dass sich der einstige Versicherungsmitarbeiter der Sucht zwangsläufig hingeben musste. Die Kampagne fand bereits zwei Jahre nach der Eröffnung der Spielbank statt.

Direktor aus Singapur muss aussagen

Auf gewisse Weise klingen die Ausführungen des Klägers doch denkwürdig, denn er gibt vor, dass ihn die Werbung von Vorarlberg nach St. Gallen gelockt haben soll. Zu diesem Zeitpunkt war er allerdings schon in Spielbanken gesperrt – und zwar eigentlich in ganz Deutschland und auch in Österreich. Das angeklagte Casino gibt über den Anwalt zu verstehen, dass sich die Werbekampagne vorrangig an Spieler in direkter Umgebung zu St. Gallen richtete. Vorarlberg gehört aber doch viel mehr zum Einzugsgebiet des Casinos in Bregenz. Schon deshalb seien die Ausführungen des Klägers unglaubwürdig. Nun müssen sich beide Seiten gedulden, bis sich der ehemalige Direktor zu Wort meldet. Wann dies geschieht, ist bislang noch unklar.

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