Volkssport Glücksspiel

Dass Uli Höneß als Zocker bekannt ist, dürfte den meisten nicht neu sein. Nun hat sich jedoch herauskristallisiert, dass Glücksspielsucht unter Sportlern gar nicht so selten ist wie man meinen würde. Speziell in den Sportvereinen ist es ein Leichtes, pathologische Glücksspieler zu finden – und zwar erschreckend vielen.

Eine Studie hat ergeben, dass rund jedes zweite Mitglied in einem Sportverein an Glücksspielen interessiert ist und diese auch weitestgehend „regelmäßig“ nutzt. Schaut man sich hingegen die Deutschen im Allgemeinen an, so sind es nur alle 20 Bürger, die eine Affinität fürs Spielen haben. Die Uni Bremen respektive dort arbeitende Psychologen haben erkannt, dass rund 3,5 Prozent aller Sportler krankhaft spielsüchtig sind. Diese Zahlen klingen nicht nur alarmierend, sie sind es auch. Bleibt die Frage, warum gerade Vereinsmitglieder so sehr dazu neigen, sich dem Glücksspiel hinzugeben.

Die besagten Psychologen sind der Frage natürlich auf den Grund gegangen und haben auch direkt eine These aufgestellt. Laut ihnen neigen Sportler respektive Athleten generell zu waghalsigen Aktionen. Sie sind daran gewöhnt, Risikobereitschaft an den Tag zu legen. Diese braucht es schließlich, um im Sport erfolgreich sein zu können. Hinzu kommt eine laut Wissenschaftlern „wettbewerbsorientierte Einstellung zu risikoreichem Verhalten“. Damit liegen Glücksspiele und Sport vom Grundprinzip her gar nicht so weit auseinander.

Gruppiert man die pathologischen Sportler, so fallen junge Männer hier besonders auf. Problematisch verhalten sich vorrangig Männer zwischen 14 und 30 Jahre, die allerdings noch einmal in zwei Klassen unterteilt wurden. Dasselbe Muster zeigt sich auch in der allgemeinen Bevölkerung, was nicht weiter überraschend ist. Hinzu kommen Faktoren wie Arbeitslosigkeit und dergleichen. Diese sind allerdings erst einmal zweitrangig, denn vor allen Dingen geht es darum, etwas gegen dieses Phänomen zu unternehmen. Aufklärung allein scheint nicht auszureichen, denn damit versuchen es Präventionsstellen und Co. bereits seit Jahren vergeblich. Dennoch steigt die Anzahl an Patienten, die früher oder später zumindest teilweise ihre Erkrankung erkennen und sich Hilfe suchen.

Zwar ist es Spielern und Mitgliedern der Familien nicht gestattet, auf das eigene Team zu wetten, doch eine Lösung des Problems wird damit nicht einmal im Ansatz geboten. Schließlich gibt es genügend andere Begegnungen, denen man sich als Sportler zuwenden kann. Es müsste grundsätzlich daran gearbeitet werden, die unteren Ligisten nicht mehr anzubieten und Sportlern das Tippen komplett zu untersagen.

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