Wenn Ämter zu Casinos werden

Es gibt Menschen, bei denen du fast automatisch mit dem Kopf zu schütteln beginnen wirst. Erst vor wenigen Tagen wurde ein Millionen-Schwindel bekannt, der ganz Österreich zum Kopfschütteln bewog. Eine Beamtin des Finanzamtes begann bereits im Jahre 2003 damit, an der Börse zu spekulieren und Derivategeschäfte abzuwickeln. Nun flog sie auf. In den vergangenen Jahren hatte die werte Dame bereits satte 340 Millionen Euro verzockt – einfach so, ohne auch nur einmal mit der Wimper zu zucken. Während sich die Beamtin nun für verschiedene Straftaten, darunter Dokumentenfälschung, verantworten muss, fragt man sich hierzulande, wie dies überhaupt passieren konnte. Eigentlich darf es doch gar nicht sein, dass man beim Finanzamt Experimente dieser Größenordnung wagt – und noch viel weniger, wenn es um unser aller Steuergeld geht, das da den Bach runter geht.

City Club Casino

Salzburgerin verspekulierte sich

Die Tat, die der Dame des Finanzamtes angelastet wird, ereignete sich in Salzburg. Hier begann die Beamtin vor über 9 Jahren damit, an verschiedenen Märkten zu spekulieren. Blöd nur, dass es mit dem Know-how offensichtlich nicht allzu weit her war. Schließlich verliert man nicht alle Tage 340 Mio. Euro an der Börse. Was harmlos begann, lief eindeutig in die falsche Richtung. Die Folgen sind drastischer als man nun annehmen würde, denn viele gehen davon aus, dass doch genügend Steuergelder vorhanden sind und dass diese Summe quasi mit einem fünf Euro Schein zu vergleichen ist, den der Otto-Normal-Bürger im Wettbüro oder aber in der Spielbank verzockt. Die Finanzmitarbeiterin in Salzburg entnahm die Gelder aus der Landeskasse. Dies war im Grunde genommen auch nicht schlimm, denn sie sollte tatsächlich spekulieren. Den Auftrag erhielt sie vom Land selbst. Entgegen der Absprachen teilte die Dame jedoch nicht mit, dass sie bereits damals einiges an Geld falsch investierte und verlor.

Schwindel flog nun auf – nach 9 Jahren

Als das Land der Mitarbeiterin im Jahr 2001 auftrug, sich um die Börsengeschäfte zu kümmern, ahnte man bei den Oberen wohl nicht, wie dramatisch sich dieser Auftrag entwickeln würde. Keine zwei Jahre später startete die Finanzbeamtin, die das besagte Amt sogar leitete, mit Derivategeschäften, mit denen ein nicht kalkulierbares Risiko einhergeht – insbesondere dann, wenn man sich nicht seit Jahren mit dem Bereich beschäftigt. Erst jetzt fand man heraus, wie viel Geld da wirklich den Bach runterlief. Infolgedessen wurde die Dame mit sofortiger Wirkung gekündigt. Das Büro ist noch immer versiegelt, denn man hofft, weitere Hinweise auf ihre unlauteren Börsengeschäfte zu finden. Die festgelegte Investitionssumme hat die Leiterin des Finanzamtes bei Weitem überschritten. Dies gelang ihr durch Fälschung verschiedener Protokolle und weiterer Dokumente. So gelang es ihr, den Betrug bis vor wenigen Tagen geheim zu halten.

Artikel:
Wenn Ämter zu Casinos werden
Datum:
Autor:
10.00 / 10 von 1 Stimmen1

Kommentare zu Wenn Ämter zu Casinos werden