Wettfirma verklagt

Aktuell machen ziemlich viele Klagen die Runde – vor allen Dingen im Bereich des Glücksspiels. Derzeit prangert ein Spieler aus Rom das Unternehmen Wettanbieter GoldBet an. Die Firma mit Sitz in Tirol wird deshalb verklagt, weil sie den Kunden um seine Gewinne gebracht haben soll. Derzeit geht der Streit um das Recht in die Vollen, denn während GoldBet darauf pocht, dass mehrere gleiche Wetten nicht zulässig seien, ist der Anwalt in diesem Fall fest davon überzeugt, das Unternehmen sehe die Sache sonst nicht so eng.

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Spieler tippt und gewinnt – doch Anbieter zahlt nicht

Sportwetten sind reizvoll. Inzwischen gibt es abertausende Spieler, die bereits unter einer regelrechten Wettsucht leiden. Grund dafür sind insbesondere die angepriesenen Gewinnmöglichkeiten, die Buchmacher ihren Kunden versprechen. Dies gilt gerade für Live Wetten, bei denen der Reiz des „Dabeiseins“ umso größter ist. Wer sich für Sport interessiert, dem steht es theoretisch frei, auf alle erdenklichen Ereignisse, auf Zwischenergebnisse, Tore und sonstiges zu tippen – und das in wirklich jeder Sportart und sogar in Bereichen, die mit Sport eigentlich gar nichts zu tun haben.

Buchmacher beruft sich auf AGB

Wer clever ist, der entscheidet sich für einen etablierten Buchmacher und schließt dort idealerweise Kombiweten ab. Damit lassen sich nämlich die bestmöglichen Gewinne machen – vorausgesetzt natürlich, man hat das Glück auf seiner Seite. Ende September 2014 kam auch ein Spieler aus Rom auf die Idee, eine solche Kombiwette abzuschließen. Er tippte auf insgesamt 12 Fußballbegegnungen der verschiedensten Ligisten. Um sein Glück in die richtige Richtung zu lenken, entschied er sich für den Tiroler Buchmacher GoldBet. Hier versuchte er, mit korrekten Tipps den ganz großen Reibach zu machen. Das Unternehmen scheint in der Regel als seriös zu gelten. Anders lassen sich die durchschnittlichen Jahresumsätze von etwa 450 Millionen Euro wohl kaum erklären. Immerhin gilt GoldBet als größter Buchmacher in Tirol.

Streit vor Gericht

Besagter Spieler entschied sich für die vorgenannte Kombinationswette und tippte 12 Spiele zusammen sowie vier einzelne Begegnungen. Insgesamt hatte er sich durch seine gute Intuition über eine Million Euro sichern können. Das Unternehmen will den Gewinn allerdings nicht auszahlen. Der Grund: Der Römer hatte dieselbe Kombiwette ganze sieben Mal eingereicht. Identische Tipps in dieser Form sind aber laut dem Buchmacher überhaupt nicht zulässig. Bisher weigert sich GoldBet deshalb strikt, den Großgewinn auszuzahlen. Der Tiroler hatte aus diesem Grund beschlossen, das Unternehmen zu verklagen. Bereits seit November 2014 verhandelt man den Fall vor dem Landgericht Innsbruck. Noch gibt es kein klares Urteil.

Mehrfachwetten nicht zulässig

Generell spricht laut GoldBet nichts dagegen, Mehrfachwetten abzuschließen – gäbe es da nicht die klare Regel, dass idente Wetten unzulässig sind. Rund 50% des Gesamtgewinns wurden bisweilen einbehalten. Schließlich gibt es die AGB, die ganz klar besagen: maximal drei gleiche Sportwetten dürfen in dem Bereich getippt werden. Wer aber wie der Römer sieben Wetten derselben Art einreicht, handelt gegen die Bestimmungen und hat damit kein Anrecht auf seinen Gewinn.

Auszahlung des Anteils möglich – bei Verzicht auf den Rest

Der Anwalt des Römer Spielers hat allerdings klare Gegenargumente. Er sagte zur Presse: „Alle sieben identen Wetten wurden von GoldBet angenommen. Die nachträgliche Annullierung von vier Wetten, nachdem das Wettergebnis feststeht, ist wider Treu und Glauben, sittenwidrig und gröblich benachteiligend. Es eröffnet GoldBet reine Willkürentscheidungen zu eigenen Gunsten.“ Außerdem hatte sich das Unternehmen bereits in der Vergangenheit darauf eingelassen, mehr als drei gleiche Wetten des Klägers zu erlauben. In einem Fall ist sogar von ganzen 12 identischen Wetten die Rede. Da der Spieler damals allerdings nichts gewonnen hatte, war es GoldBet nur recht, die Einsätze der gesamten Tipps einzubehalten.

Entscheidung steht aus

GoldBet spricht dem Kläger zwar von sich aus den unstrittigen Anteil in Höhe von etwa 540.000 Euro zu, hat aber auch diesen bisher nicht ausgezahlt. Dem Anwalt zufolge muss der Spieler zunächst auf den restlichen Anteil – immerhin rund 465.000 Euro – verzichten. Erst im Anschluss würde man ihm den verbleibenden Gewinn auszahlen.

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