Wien beendet kleines Glücksspiel

Bereits zum Jahreswechsel gibt es in Wien deutliche Einschnitte in der Automatenbranche. Die Alpenrepublik hat sich nämlich fest vorgenommen, das Kleine Glücksspiel ein- für allemal zu verbieten. Wenn man sich überlegt, dass von diesem Verbot insgesamt 925 konzessionierte Unternehmen betroffen sind, dann kann nur von einer bitteren Pille die Rede sein. Die meisten der Betreiber gehen bereits jetzt auf die Barrikaden, doch im Endeffekt nützt das nur wenig. Schließlich bleibt bis zum geplanten 1. Januar 2015 nicht mehr viel Zeit, noch etwas zu bewirken.

Sofern das Kleine Glücksspiel tatsächlich komplett ausgeschlossen wird, müssen innerhalb dieser wenigen Tage über zweieinhalbtausend Spielautomaten abgebaut werden. Die meisten von ihnen stehen in kleineren Spielhallen – unter anderem betrieben von der Novomatic. Aber auch Cafés, Kneipen, Bars und dergleichen bieten seit vielen Jahren die Möglichkeit, sich als Gast einige Runden lang mit Spielautomaten aller Art zu beschäftigen.

mrgreen-wien

Dass Wien nun so drastisch durchgreift, hat sicherlich auch ein paar nicht von der Hand zu weisende Gründe. Es geht insbesondere darum, dass die Hinterhof-Spielhallen alles andere als dezent sind. Statt sich bedeckt zu halten, warten sie mit bunter Neon Werbung auf und tun alles dafür, um möglichst viele Spieler anzulocken. Genau dagegen will die Landeshauptstadt nun endlich etwas unternehmen. Dass das Kleine Glücksspiel allerdings ganz verboten werden soll, ist schon ein heftiger Schritt – und noch dazu einer, der ganz offensichtlich in die falsche Richtung geht. Laut der neuen Gesetzgebung werden am dem 1. Januar kommenden Jahres alle Münzgewinnspielapparate komplett verboten. Diese Regelung gilt für ganz Wien, und die Spielgeräte sind ab diesem Zeitpunkt definitiv illegal. Man kann nur erahnen, mit welchen Konsequenzen Betreiber rechnen müssen, die sich gegen das Gesetz auflehnen.

Der Landtag in Wien war sich einstimmig einig darüber, das Kleine Glücksspiel zu verbieten. Die Entscheidung fiel jedoch erst Ende November 2014. Damit haben die Betreiber, wie zum Beispiel die Novomatic, überhaupt keine Chance gehabt, etwas gegen den Beschluss zu unternehmen. Das neue Gesetz selbst stützt sich dabei nicht einmal auf irgendwelche wissenschaftlich fundierten Daten. Umso größer die Diskussionen zwischen Glücksspielanbietern und Politikern. In der Vergangenheit hat sich kaum jemand mit der Frage beschäftigt, wie es überhaupt um den Glücksspielmarkt bestellt ist, wie viele Spielsüchtige es gibt und dergleichen. Studien in diese Richtung fehlen quasi komplett. Auch das ist ein Grund dafür, dass die Betreiber jetzt auf die Barrikaden gehen.

Es ist durchaus denkbar, dass weit nach dem 1. Januar noch Diskussionen laufen. Am Ende müssen vermutlich Gerichte darüber entscheiden, inwieweit dieser Beschluss zulässig ist. Geschlagen geben sich die Glücksspielunternehmer aber noch lange nicht.

Kommentare zu Wien beendet kleines Glücksspiel