Bessere Hilfe bei Spielsucht

Die Spielsuchthilfe gibt es in Österreich nun schon seit ganzen 30 Jahren. Dieses Jubiläum möchte man dazu nutzen, sich weitere Maßnahmen zur Prävention zunutze zu machen. Es gibt kaum eine Facheinrichtung, die länger besteht. Die Erfolge des Unternehmens sprechen für sich, denn es werden nicht nur Kontrollen durchgeführt und Präventionsmaßnahmen aufgestellt, sondern die Spielsuchthilfe hat sich auch um eine sehr aufschlussreiche Langzeitstudie bemüht – mit teilweise erschreckendem Ergebnis.

Das Institut verlangt, dass sich noch mehr auf dem Gebiet des Spielerschutzes tut. Dazu teilte Dr. Izabela Horodecki vom Vorstand mit:

„Die Erfahrung aus der persönlichen Betreuung von etwa 6000 Klienten allein in den Jahren 2000 bis 2012 ermöglicht es uns, sehr genaue und zielgerichtete Empfehlungen auszusprechen, um noch effizientere Hilfe und Behandlungen anbieten zu können.“

Ein Bereich, der laut Forderungen der Spielsuchthilfe verbessert werden muss, sind die gezielten Alterskontrollen in Spielhallen und Casinos. Der Jugendschutz wird noch immer unterschätzt, und genau darin zeigt sich eines der großen Probleme. Immer mehr Jugendliche verfallen der Spielsucht – ein Trend, der in einer gigantischen Katastrophe enden könnte. Auch müsste man die neuen Glücksspielgesetze weit strikter Kontrollieren, um eine anständige Umsetzung gewährleisten zu können. Wenn man bedenkt, dass bereits jetzt rund ein Drittel aller pathologischen Spieler jugendlich sind, dann kann man sich in etwa ausmalen, wohin das Ganze in 10 oder 20 Jahren führt. Die Kontroll-Instrumente und ergriffenen Maßnahmen müssten deutlich verschärft werden, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Viele Menschen sind der Meinung, dass man der Sucht nur dann entgegenwirken kann, wenn Glücksspiel in Österreich großräumig verboten wird. Diese Ansicht teilt die Spielsuchthilfe erstaunlicherweise nicht, denn letztlich würde es wohl nicht zum gewünschten Erfolg führen. Dr. Horodecki sagte dazu:

„Aus unserer mittlerweile 30-jährigen Erfahrung wissen wir, dass Verbote nur zu einer Verschiebung in andere, oft ausländische oder illegale Angebote führen, wo konkrete Hilfe nur sehr schwer und
Kontrolle kaum möglich ist.“

Gerade das Zeitalter des Online Glücksspiels sieht man hier als schwierig an, denn das Internet lässt sich weit schwieriger kontrollieren als die verhältnismäßig übersichtliche Anzahl landbasierter Spielmöglichkeiten, wie zum Beispiel Casinos und Spielhallen. Auch Befragungen haben ergeben, dass die Verschiebung in virtuelle Bereiche immer stärker wird. Es ist demnach kaum mehr möglich, einen ausreichenden Jugendschutz zu gewährleisten. Deshalb fordert das Unternehmen nun eine Spielerkarte und einen Zugriff auf Internetcasinos, die entweder kontrolliert liberalisiert oder von Österreich nicht mehr erreichbar sein können.

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