Casino haftet für Verluste

Ein erstaunliches Urteil hat das Oberlandesgericht in Hamm gefällt. Demzufolge war ein Automatencasino verantwortlich für die Verluste eines Spielers. Die Spielothek zahlte der Frau des Spielers nun eine Entschädigung von 50.000 Euro. So etwas hat es in dieser Form bisher noch nie gegeben.

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Allerdings kommen in diesem Fall verschiedene Dinge zusammen, die zu dem Urteil geführt haben. Am Anfang sah es nämlich noch ganz anders aus. Denn als die Frau des Spielers vor dem Landgericht in Bielefeld klagen wollte und dazu Prozesskostenhilfe beantragte, lehnte das Gericht direkt und sofort ab. Der Grund war, dass die Richter dem Verfahren keine Chance gaben. Für sie das Spielcasino nicht verantwortlich für die Verluste, denn nach dem damaligen Gesetz konnte der Mann nicht gesperrt werden.

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Doch so ganz wollte die Frau diese Entscheidung nicht akzeptieren. Schließlich gab es ein ganz klaren Beleg von einem Arzt dafür, dass ihr Mann pathologisch Spielsüchtig sei und von den Casino Spielen nicht die Finger lassen konnte. In den Jahren 2008 bis 2010 verspielte der dort nicht nur die gesamten Einnahmen, die er durch den Betrieb einer Pizzeria erzielte, sondern auch noch das Auto und ein Großteil des Ersparten. Auch der Betrieb wurde fast in den Ruin getrieben, weil er nicht mehr anwesend und nur noch beim Zocken war.

Das Oberlandesgericht stimmte der Frau dabei zu und entschied daher ganz anders als noch die Bielefelder Richter. Für die Richter in Hamm war ganz klar, dass nicht nur das Verfahren unbedingt geführt werden muss, sondern dass es eigentlich auch an der Schuld des Spielcenters keine Zweifel gibt. Bevor das Gericht daher ein finales Urteil sprechen konnte, entschieden die Anwälte der Spielothek sich auf einen Vergleich einzulassen. Damit hat es zwar kein Urteil gegeben, aber die Frau ist um 50.000 Euro reicher und das Verfahren rechtskräftig beendet.

Gründe für das Urteil

Warum sich die Anwälte des Casinos so schnell breit schlagen ließen war auch relativ leicht zu sehen. Denn schließlich war schnell nach Beginn des Prozesses klar, dass die Schuldfrage hier relativ eindeutig ist. Nach Meinung einiger Experten und der Richter hat das Spielcenter den Spieler erst in die Spielsucht getrieben. Und zwar mit immer wieder ausgegebenen Geldgeschenken.

Schon zur Eröffnung ging es los damit. Dort gab es 400 Euro für das Spielen an den Automaten. Und wenn der Pizzabäcker morgens um sieben Uhr schon oder besser gesagt noch immer an den Spielautomaten saß, dann gab es auch täglich sechs Euro. Die natürlich auch nur zum Spielen benutzt werden durften.

 

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