Das kleine Glücksspiel

In rund einem Jahr wird es das so genannte kleine Glücksspiel in Wien nicht mehr geben. Jetzt machen sich natürlich vor allen Dingen die Angestellten jener Betriebe Sorgen, die solche Formen der Unterhaltung anbieten. Keine 365 Tage wird es mehr dauern, bis in Österreich rund 8.000 Jobs wegfallen. Grund genug für die Novomatic, den Druck deutlich zu steigern und Wien Feuer unterm Hintern zu machen. Der Novomatic General, Franz Wohlfahrt, teilte im Zuge der ICE Messe mit: „Wir brauchen noch heuer eine Regulierung, weil sonst das Automatenspiel zwangsläufig in die Hinterzimmer und damit in die Illegalität abwandert.“ Dass es das kleine Glücksspiel offiziell nicht mehr geben wird, bedeutet schließlich nicht, dass Menschen darauf verzichten würden, ihren Gästen Unterhaltung in Form von Spielautomaten und dergleichen anzubieten. Aus einer aktuellen „Grauzone“ wird der Grat in die Illegalität von Tag zu Tag schmaler – und das nicht zuletzt wegen des großen Job-Problems, um das sich derweil besagte 8.000 Angestellte Sorgen machen.

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Kleines Glücksspiel geht – 8.000 Arbeitsplätze auch

Und noch etwas kann Franz Wohlfahrt nicht verstehen. Wien verzichtet im Zuge der Neuregulierung auf die beim kleinen Glücksspiel erhobene Steuer. Wir reden aber nicht von einigen hundert Euro, sondern von satten 60 Millionen. Warum sich die Stadt gegen diese Vergnügungssteuer entscheidet, und das logischerweise wissentlich, will der Novomatic nun wirklich nicht einleuchten. Von den 8.000 Arbeitsplätzen, die es bis zum Jahresende nicht mehr geben wird, entfallen allein 1.000 auf dieses Unternehmen. Aktuell nimmt man die Stadtregierung in die Pflicht, denn so will Novomatic das Aus des kleinen Glücksspiels nicht einfach stehen lassen. Ziel ist es, eine Lösung zu finden und Einsicht herbeizuführen – von Seiten der Politik, die bei ihren Plänen ganz offensichtlich einige wichtige Aspekte übergangen hat. Besonders setzt Wohlfahrt auf Wiens Bürgermeister Michael Häupl. Ihm muss doch daran gelegen sein, die Arbeitslosenzahl nicht auf diese Weise in die Höhe zu treiben, geschweige denn 60 Millionen Euro in den Sand zu setzen.

Österreich hofft auf Lösung

Während die Metropole weiter auf Stur zu schalten scheint, läuft es in Niederösterreich deutlich besser. Auch dort hat man etwas gegen das kleine Glücksspiel unternommen, doch es gibt eine weit hilfreichere Regulierung des Ganzen, die im Endeffekt allen Beteiligten zugutekommt. Ebenso effektiv zeigen sich die Gesetze in Oberösterreich. Dort hatte man sich von Normierungen entschieden und damit erreicht, dass es nicht mehr annähernd so viele illegale Betriebe gibt wie noch vor 20 Jahren. Bleibt nur zu hoffen, dass sich Wien ein Beispiel an den Nachbarn nimmt und sich vor Ablauf des Jahres eine Lösung einfallen lässt, bei der zumindest die Arbeitsplätze erhalten bleiben können.

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