Spieler verliert Verfahren

Ein Spieler versuchte in den vergangenen Monaten, rechtlich gegen Lotterien vorzugehen, in denen er satte 164.000 Euro verzockte. Das für ihn schlechte Urteil lautet: Er bekommt sein Geld nicht zurück.
In Österreich ging es wieder einmal heiß her, denn hier hat sich ein Mann daran versucht, zwei Lotterieplattformen vor Gericht zu verklagen. Seine Forderung: Er wollte die rund 164.000 Euro zurückbekommen, die er auf den beiden Plattformen verzockt hatte. Laut Gerichtsurteil haben die beiden „Beklagten“ ihre Sorgfaltspflicht jedoch nicht verletzt und müssen deshalb auch nicht einen Cent an den Spieler zurückzahlen.

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OGH weist Klage ab

Nun traf den Internetspieler das niederschmetternde Urteil wie ein Schlag, dass er vom Gericht erhielt. Mehrere Jahre lang spielte der Mann auf Web Club und win2day um echtes Geld. Insgesamt soll er rund 164.000 Euro verloren haben. Sein Ziel bestand darin, das Geld gerichtlich zurückzuholen. Seine Argumentation war wenig standhaft, denn er versuchte sich darin, der Betreiberin mangelnde Sorgfaltsplicht vorzuwerfen. Laut ihm hätten die Plattformen etwas unternehmen müssen, um ihn vom Spielen abzuhalten. Der Oberste Gerichtshof Österreich hat nun entschieden, dass diese Argumentation nicht stimmt. Sehr wohl sei die Betreiberin sorgfältig ihren Pflichten nachgekommen. Schon vor einigen Monaten wies das Erstgericht den Kläger ab. In der zweiten Instanz wurde der Entscheid ausgehebelt und man verwies die Klage zurück ans Erstgericht.

Glücksspielgesetz greift nicht

Der Kläger setzte auf seinen Joker und verwies in seiner Klage auf das geltende Glücksspielgesetz, laut welchem sich Casino Spieler dazu verpflichten, Spieler dann von ihrer Leidenschaft abzuhalten, wenn die Summe aller Einsätze bedrohlich für das Existenzminimum wird. Eine solche Situation hat die Sperrung der jeweiligen Spieler zufolge. Für die Verluste müssen Betreiber von Spielbanken haften, wenn sie sich nicht an die Bestimmung halten. Dieser Regelung ist laut Argumentation auch auf Lotterien zu übertragen, die virtueller Natur sind. Der Spieler war der Ansicht, dass das Limit zu hoch angesetzt sei, denn immerhin können Kunden bei win2day ganze 800 Euro wöchentlich einzahlen.

Das OGH stellte sich in dem Verfahren auf die Seite der Betreiber, denn laut Urteil kann man die gesetzliche Bestimmung „weder direkt noch analog…“ auf elektronische Lotterien anwenden. Die geltende Rechtslage sieht nicht vor, dass sich Online Lotterien dazu verpflichten müssen, Spieler vor einer möglichen Sucht zu schützen. Damit hat auch win2day keine Pflichten verletzt und muss dem Kläger kein Geld zurückerstatten.

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