Betsson verklagt Niederlande

So wirklich vorwärts geht es auch in den Niederlanden nicht beim Thema online Casinos. Eine geplante und eingeleitete Regulierung ist mehrfach verschoben oder verschleppt worden. Stattdessen wird gegen die Anbieter vorgegangen und hohe Strafen verkündet. Betsson hat davon nun die Schnauze voll und EU-Gerichte angerufen um Klage einzureichen. Wie erfolgreich das sein wird, muss sich natürlich noch zeigen, aber es gibt nicht wenig Experten, die auf Seiten des Glücksspiel Anbieters sind und davon ausgehen, dass die EU hier nun endlich eingreift.

Hintergrund der Klage oder besser gesagt der Beschwerde sind Strafzahlungen, die gegen einige Marken des Betsson Konzerns ausgesprochen worden. Das Unternehmen ist in den Niederlande gleich mit zwei Marken aktiv und betreibt dort das Kroon Casino und das Oranje Casino. Beide wurden nun von der Kansspelautoriteit (KSA) zu hohen Strafen verurteilt. Die Regulierungsbehörde argumentiert dabei, dass sie ohne entsprechende Erlaubnis agieren.

Veraltetes Gesetz und keine Änderung

Es könnte ja so einfach sein. Schließlich hat die Politik der Niederlande schon länger beschlossen den online Casino Markt zu regulieren. Jedoch verzögert sich dieses Gesetz nun schon seit Jahren. Mittlerweile gehen Insider davon aus, dass es frühestens in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres so weit sein wird. Bis dahin herrscht rechtliche Unsicherheit. Und das Ergebnis scheint nun, dass die Glücksspielbehörde selbst entschieden hat etwas zu unternehmen.

Ob sie dabei über das Ziel hinaus geschossen sind wird sich zeigen müssen. Auf jeden Fall argumentiert Betsson genau so. Schließlich ist das Unternehmen mit seinen online Casinos bereits seit Jahren in den Niederlanden aktiv und erfüllt auch alle Bedingungen, die im Jahre 2012 aufgestellt wurden. Damals sogar in Zusammenarbeit mit der KSA. Diese damals gefassten Schwerpunkte sollten die Anbieter darauf vorbereiten, um nach der Legalisierung von Casino Spielen im Internet direkt loslegen zu können.

Geschehen ist jedoch seit damals nicht viel. Stattdessen geht die Behörde gegen die Anbieter vor. Betsson erhofft sich nun endlich ein wenig Klarheit von Seiten der EU. Die Chancen stehen dabei gar nicht so schlecht, schließlich hat der Oberste Gerichtshof gerade festgehalten, dass von Ungarn aufgestellte Strafen für online Casinos nicht bezahlt werden müssen. Als Begründung wurde angeführt, dass Ungarn nicht das Recht hat europäische regulierte Glücksspielanbieter zu bestrafen so lange ihre eigenen Regelungen nicht EU-Recht entsprechen.

EU vs Länder

Wenn es um Sachen online Casinos geht, haben nicht viele immer sehr stark das Gefühl, dass sich hier die einzelnen Ländern mit der EU auseinander setzen. Vor allem jene Länder, die mit allen Mitteln versuchen ihre heimischen Märkte zu sichern ohne auf EU-Recht zu achten. Bisher sind diese Prozesse nicht immer zum Wohle der einzelnen Ländern gegangen. Ungarn ist nur das letzte und vielleicht größte Beispiel. Die Niederlande könnten nun folgen. Aber auch Deutschland wurde schon mit Strafzahlungen gedroht weil diese nicht bereit sind ihren Markt zu öffnen bzw. EU-rechtskonform zu gestalten.

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