Griechen im Glücksspielfieber

Die Finanzkrise hält nun schon seit Jahren an und setzt den Griechen offenbar ordentlich zu. Viele Einwohner des Landes klammern sich buchstäblich an den letzten Strohhalm und spielen nahezu täglich – immer in der Hoffnung, irgendwie aus dem finanziellen Loch herauszukommen. Die meisten haben kaum ein paar Cent pro Tag zur Verfügung, doch selbst diese Beträge werden ins Glücksspiel investiert.

Flagge GriechenlandObwohl in Griechenland immer weniger Geld verfügbar wird, spielen die Einwohner immer mehr. Sie geben buchstäblich ihren letzten Cent aus, in der Hoffnung, doch noch aus der Krise herauszukommen. Das beweisen allein die Umsatzzahlen der griechischen Online Casinos, Sportwetten-Anbieter und Lotterien. Das Plus von 8,7%, das 2017 im Vergleich zum Vorjahr erzielt wurde, kommt schließlich nicht von ungefähr. So berichtete eine in Athen ansässige Zeitung, dass tendenziell auch in diesem Jahr immer mehr aktive Spieler zu verzeichnen sind. Alles in allem kommt man laut Berichten der staatlichen Kontrollbehörde auf einen Gesamtumsatz in Höhe von fast 187 Milliarden Euro, der allerdings überwiegend illegal erwirtschaftet wurde.

Letzte Hoffnung Glücksspiel?

Natürlich gelten auch in Griechenland sehr strenge Glücksspielgesetze, an die sich mittlerweile aber nur noch wenige Griechen halten. Psychologen zufolge sind Verzweiflung und Hoffnung die ausschlaggebenden Gründe dafür, dass die Griechen immer häufiger den Weg in Online Casinos wählen, sich Lotterien hingeben und Sportwetten abschließen. Rein logisch gesehen ist die Chance, dort das große Glück zu finden, schwindend gering. Dennoch müssen die Menschen in Griechenland extrem verzweifelt sein, denn anders ist nicht zu erklären, dass immer mehr Bewohner des Landes auf Glücksspiele aller Art setzen. Gerade weil das Geld knapp ist, werden in den meisten Fällen keine wirklich großen Summen investiert. Viele Einheimische investieren allenfalls einige Euro – das allerdings so gut wie jeden Tag. Spielsuchtexperten schlagen seit Monaten Alarm, denn die Hoffnung, dass sich die wirtschaftliche Situation durch Glücksspiel verbessern könnte, ist meist nichts weiter als eine Seifenblase.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland hält nun schon seit rund acht Jahren an. Deutschland hatte zwar bereits mehrfach den Rettungsschirm gespannt, das daraus resultierende Geld floss jedoch weitestgehend in Bankschulden, die Griechenland in der Vergangenheit angesammelt hatte. Nahezu jeder fünfte Grieche ist auch heute noch arbeitslos. Anders als in Deutschland gibt es dort jedoch keine Unterstützung in Form von Sozialhilfe, Arbeitslosengeld oder ähnliche Leistungen, die ein halbwegs würdiges Leben ermöglichen könnte. Bleibt nur, sich an den sprichwörtlichen Strohhalm zu klammern und darauf zu hoffen, dass irgendwann doch noch der große Gewinn kommt.

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Jeder Cent wird ausgegeben

Wie auch immer Geld zusammenkommt, fließt es inzwischen fast gänzlich in Glücksspiele. Der private Anbieter OPAP dürfte sich über das Umsatzwachstum freuen. Er allein konnte 2017 rund vier Milliarden Euro erwirtschaften. Weitere Casinos kommen in Griechenland zusammen auf etwa 1,6 Milliarden Euro, Lotterien verzeichnen immerhin rund 458 Millionen. In Athen gibt es außerdem eine traditionsreiche Rennbahn. Auch sie wurde überdurchschnittlich gut von den Griechen belohnt und nahm demnach 41 Millionen Euro ein. Die Glücksspielbehörde erklärte, dass von den Gesamtumsätzen rund 5 Milliarden auf Internetanbieter wie Online Casinos und Buchmacher entfallen – und das, obwohl diese in Griechenland genauso verboten sind wie in vielen anderen EU-Ländern. Zumindest werden sie von den Behörden nicht gern gesehen. Das EU-Dienstleistungsgesetz dient den Unternehmen auch hierzulande als rechtliche Grauzone.

Es ist erschreckend, dass sich ein Großteil der Griechen kaum finanziell über Wasser halten kann, und dass dennoch derart viel Geld in Glücksspiele investiert wird. Große Gewinne erzielen nur die wenigsten, alle anderen geben die Hoffnung trotzdem nicht auf. Aus psychologischer Sicht droht hier recht bald die Gefahr einer Massen-Spielsucht, denn Verzweiflung ist gerade beim Glücksspiel kein guter Berater. Hinzu kommt, dass die meisten Spieler eher das Gegenteil von dem erleben, was sie sich eigentlich erhoffen. Kaum haben sie ein wenig Geld zusammen, wird dieses auch schon wieder verzockt.

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